Zwei Welten – Eine Wirkung · MI.1.1c
⬤ Reale Welt
🌍
Schule, Freunde,
Familie, Alltag
⬤ Digitale Welt
📱
Social Media,
Chats, Games
MI.1.1c Lehrplan 21 · Mittelstufe
Zwei Welten –
eine Wirkung

Was du online tust, wirkt offline zurück – und umgekehrt. Diese Lerneinheit zeigt dir wie beide Welten verflochten sind.

Die 5 Lektionen
🪞
L1 · Digitale Identität
Wer bist du online – und offline?
💬
L2 · Beziehungen digital & real
Vernetzung, Freundschaft, Einsamkeit
⚠️
L3 · Cybermobbing – Folgen und Schutz
Wie online Schmerz reale Wunden hinterlässt
⚖️
L4 · Chancen und Risiken
Schuldenfalle, Suchtpotential, Schutzstrategien
🔄
L5 · Wechselwirkungen
Soziale Netzwerke und ihre realen Konsequenzen
Lernziele (MI.1.1c)
✅ Folgen erkennen: Ich kann benennen wie digitale Handlungen reale Konsequenzen haben – für mich und für andere (Identität, Beziehungen, Cybermobbing).
✅ Chancen & Risiken: Ich kann Chancen (Vernetzung, Kommunikation) und Risiken (Schuldenfalle, Sucht) der Mediennutzung benennen und daraus Konsequenzen für mein Verhalten ziehen.
✅ Wechselwirkungen: Ich kann Verflechtungen zwischen realer und digitaler Welt erkennen und für mein eigenes Verhalten einbeziehen.
⬤ Real
🪞
Dein echtes Ich
⬤ Digital
👤
Dein Profil
Lektion 1 von 5
Digitale Identität

Wer du online bist, formt auch wer du offline wirst – und umgekehrt.

Das Online-Ich und das Offline-Ich
🌍 Reale Identität
  • Wie du wirklich aussieht
  • Wie du dich im Alltag verhältst
  • Deine echten Gefühle
  • Deine Stärken & Schwächen
  • Wer dich gut kennt, sieht alles
📱 Digitale Identität
  • Profilbild & Beschreibung
  • Was du postest & likest
  • Wie du Nachrichten schreibst
  • Welche Gruppen du folgst
  • Du kontrollierst was andere sehen
🔄 Wechselwirkung
Was du online postest beeinflusst wie andere dich sehen. Das beeinflusst wiederum wie du dich fühlst. Das beeinflusst wie du dich im echten Leben verhältst. Beide Identitäten sind verbunden – keine ist «echter» als die andere.
Identitätsbildung – was prägt uns?

Tippe an was dein Selbstbild beeinflusst ↓

💬 Was andere über mich sagen
❤️ Likes & Kommentare
🪞 Mein Profilbild
📸 Bilder von anderen sehen
🎮 Mein Rang im Game
👥 Welcher Gruppe ich angehöre
📊 Meine Follower-Zahl
🌟 Echte Freundschaften
📰 Was ich täglich konsumiere
🏆 Schulische Leistungen
Tippe auf was dich beeinflusst ↑
💭 Zum Nachdenken: Viele Menschen stellen ihr «bestes Ich» online dar – Fotos im besten Licht, nur die Erfolge, keine schlechten Tage. Das ist verständlich. Aber wenn alle das machen, vergleichen wir uns alle mit einem gefilterten Idealbild. Das kann unser Selbstbild stark verzerren.
Folge: Identitätsdruck
1
Du siehst perfekte Posts von anderenAlle scheinen schöner, beliebter, erfolgreicher zu sein
2
Du vergleichst dichSoziale Vergleiche passieren automatisch – das ist normal. Aber online passieren sie viel häufiger.
3
Du passt dein Selbstbild an«Bin ich auch gut genug?» – Zweifel entstehen im echten Leben
4
Du optimierst dein ProfilNur die besten Fotos, Filter, perfekte Captions – der Kreislauf beginnt
5
Die WechselwirkungWas du online zeigst beeinflusst, wie du dich offline fühlst – und umgekehrt
⬤ Real
🤝
Echte Freundschaft
⬤ Digital
💬
Online-Kontakte
Lektion 2 von 5
Beziehungen
digital & real

Digitale Kommunikation verändert wie wir Beziehungen eingehen, pflegen – und verlieren.

Szenarien – Tippe zum Aufklappen
💌 ➜ 😊
Lisa schreibt täglich mit ihrer besten Freundin – und sie sehen sich kaum noch in echt
🌍 Real: Lisa und Jana wohnen nah beieinander, verabreden sich aber selten. Früher haben sie gemeinsam gespielt.
📱 Digital: Sie schicken sich täglich Hunderte Nachrichten, Sticker und Voice Messages. Das Gefühl ist: «Wir sind nah.»
🔄 Wechselwirkung: Digitale Nähe kann echte Begegnungen ersetzen – dabei fehlen Mimik, Körpersprache und gemeinsames Erleben. Beziehungen können «verflachen». Das Gute: Digitale Kommunikation kann auch echte Beziehungen stärken – es kommt auf die Balance an!
👥 ➜ 😕
Tim wird in der Klasse nicht mehr angesprochen – alle reden nur noch online
🌍 Real: Tim hat kein Smartphone. In der Schule redet kaum jemand mit ihm über das was alle abends besprochen haben.
📱 Digital: Die Klasse hat eine WhatsApp-Gruppe. Pläne, Witze, alles läuft dort. Tim ist nicht dabei.
🔄 Wechselwirkung: Digitale Ausgrenzung wird real erlebt. Wer nicht «verbunden» ist, kann sich auch in echten Gruppen ausgeschlossen fühlen. Digitale Teilhabe ist heute soziale Teilhabe.
❤️ ➜ 😢
Emma und Lena haben Streit – der Streit spielt sich auf Instagram aus
🌍 Real: Kleiner Streit in der Schule über eine blöde Bemerkung.
📱 Digital: Emma postet einen indirekten Story-Text. Lena antwortet mit einem Kommentar. Dritte werden einbezogen. Der Streit eskaliert öffentlich.
🔄 Wechselwirkung: Online-Konflikte eskalieren schneller, da Text ohne Tonfall oft falsch verstanden wird. Öffentlichkeit erhöht den Druck. Was offline in 5 Minuten gelöst wäre, kann online tagelang andauern und mehr Menschen einbeziehen.
🌍 ➜ 👫
Mia findet durch ein Online-Forum Gleichgesinnte die sie im echten Leben nicht kennt
🌍 Real: Mia interessiert sich für Klimaschutz. In ihrer Klasse teilt das kaum jemand.
📱 Digital: Sie findet eine Online-Community, diskutiert, lernt, fühlt sich verstanden.
🔄 Positive Wechselwirkung: Das Netz kann echte Verbundenheit schaffen – über Grenzen hinweg. Digitale Gemeinschaften können das reale Leben bereichern, Mut geben und sogar zu echten Freundschaften führen. Das ist eine Chance!
Statistiken zur digitalen Kommunikation
7hBildschirmzeit tägl. Ø Jugendliche
63%fühlen sich online «näher» als offline
1/3der Jugendl. erlebt Online-Ausgrenzung
⬤ Schmerz real
💔
Reale Wunden
⬤ Ursprung
📵
Digitale Gewalt
Lektion 3 von 5
Cybermobbing –
Folgen & Schutz

Online-Mobbing endet nicht wenn du das Gerät ausschaltest – es folgt dir in die Schule, nach Hause, ins Bett.

Was ist Cybermobbing?
⚠️ Definition: Cybermobbing = absichtliche, wiederholte Schädigung einer Person über digitale Kanäle. Formen: Beleidigungen, Gerüchte verbreiten, peinliche Fotos teilen, Ausschliessen, Identitätsdiebstahl (als jemand anderen auftreten).
❗ Das grosse Problem
Klassisches Mobbing passiert in der Schule. Cybermobbing passiert überall, jederzeit, 24/7. Das Opfer findet keinen sicheren Ort. Der Schmerz folgt ihm nach Hause. Und die Öffentlichkeit ist viel grösser – hunderte Menschen können zuschauen.
Wie eskaliert Cybermobbing? – Die Stufen
1️⃣
Erster Angriff Oft scheinbar harmlos: Ein blöder Kommentar, ein Meme über jemanden, ein Screenshot in falschen Kontext gesetzt.
2️⃣
Ausbreitung Andere machen mit, teilen, kommentieren. Das Netz «vergisst nicht» – Inhalte können sich viral verbreiten.
3️⃣
Digitale Verfolgung Das Opfer wird über mehrere Plattformen verfolgt. Neue Profile werden erstellt um Blockierungen zu umgehen.
4️⃣
Reale Konsequenzen Das Opfer zieht sich zurück, schläft schlecht, hat Angst zur Schule zu gehen. Depressionen, Angststörungen, im Extremfall Selbstverletzung.
Hilfe & Schutz Belege sichern (Screenshots), vertraute Person einweihen, Mobbing melden (Plattform, Schule, im Extremfall Polizei). Du bist nicht allein!
Was kannst du tun? – Checkliste
Ich weiss was Cybermobbing ist und erkenne es
Wenn ich Zeuge bin: Ich «like» nicht und mache nicht mit
Wenn jemand betroffen ist: Ich zeige Solidarität (privat)
Bei Vorfällen: Ich spreche eine Vertrauensperson an
Ich sichere Beweise (Screenshots) bevor ich Inhalte melde/lösche
Ich denke zweimal nach bevor ich etwas über andere poste oder teile
0 / 6 erledigt
📞 Hilfe in der Schweiz: Pro Juventute: Tel. 147 (kostenlos, 24h) | Dargebotene Hand: 143 | Jugendberatung bei der Schulsozialarbeit
⬤ Chancen
Möglichkeiten
⬤ Risiken
⚠️
Gefahren
Lektion 4 von 5
Chancen &
Risiken

Digitale Medien bieten riesige Chancen – und echte Risiken. Beides zu kennen hilft dir bewusster zu entscheiden.

Überblick

✅ Chancen

Vernetzung weltweit
Wissen & Lernen
Kreativität & Ausdruck
Gemeinschaft finden
Kommunikation & Kontakt

⚠️ Risiken

Cybermobbing
Suchtpotential
Schuldenfalle / In-App-Käufe
Datenschutz & Privatsphäre
Fake News & Manipulation
Tiefenblick: 3 Risiken die viele unterschätzen
🎮 💸
Suchtpotential: Warum ist «noch eine Runde» so schwer zu stoppen?
Was passiert im Gehirn: Apps und Games sind so designed, dass sie Dopamin ausschütten – das «Belohnungshormon». Likes, Level-Ups, Streaks halten uns am Haken. Das ist kein Zufall, sondern bewusstes Design.
🔄 Folgen im echten Leben: Schlafmangel, schlechtere Schulleistungen, soziale Isolation, Stimmungsschwankungen wenn man das Gerät wegnimmt – das sind erste Zeichen eines problematischen Nutzungsverhaltens.
Was hilft: Feste Bildschirmzeiten, Gerät aus dem Schlafzimmer, App-Timer, bewusstes Offline-Sein.
💳 ❗
Schuldenfalle: Wie kosten kostenlose Spiele richtig Geld?
Das Modell: «Free-to-Play» heisst: Download gratis, spielen aber mit Geldanreizen. Lootboxen (Glücksspiel-ähnlich), Skins, Extra-Leben, Zeitersparnisse – alles kostet echtes Geld, oft kleine Beträge.
🔄 Wie es eskaliert: Kleine Beträge (0.99, 1.99 CHF) summieren sich. Jugendliche in der CH geben im Schnitt 20–50 CHF/Monat für In-Game-Käufe aus. Ohne Überblick können schnell hunderte Franken weg sein.
Was hilft: Keine gespeicherte Zahlungsmethode, monatliches Budget festlegen, Eltern einbeziehen, Ausgaben-Überblick behalten.
🔒 👁️
Datenschutz: Was weiss TikTok, Instagram & Co. über dich?
Was gesammelt wird: Standort, Gesicht (Gesichtserkennung), Surfverhalten, Kaufinteressen, politische Meinungen, psychologisches Profil – oft ohne dass wir es merken.
🔄 Wechselwirkung: Daten werden für zielgerichtete Werbung, politische Beeinflussung und manchmal Weitergabe an Dritte genutzt. Was du heute postest kann in 10 Jahren noch auffindbar sein.
Was hilft: Privatsphäre-Einstellungen prüfen, wenig persönliche Daten teilen, vor dem Posten denken: «Würde ich das einer fremden Person direkt zeigen?»
Meine Konsequenzen – Ampel-Check

🟢 Das tue ich

  • Screen-Time kontrollieren
  • Pausen einbauen
  • Echt-Begegnungen pflegen
  • Daten schützen

🟡 Ich achte darauf

  • Zahlungen im Blick behalten
  • Privatsphäre-Einstellungen
  • Quellen prüfen
  • Werbung erkennen

🔴 Stop – nie!

  • Peinliches von anderen teilen
  • Fake-Profile erstellen
  • Passwörter weitergeben
  • Fremde treffen ohne Info
⬤ Real
🔄
Handlung = Wirkung
⬤ Digital
Ripple-Effekt
Lektion 5 von 5
Wechselwirkungen

Alles was du online tust hat Konsequenzen – für dich, für andere und für die Gesellschaft.

Drei reale Wechselwirkungen
📸 1. Das Foto das bleibt: Ein Klassenmitglied in einer peinlichen Situation fotografiert. Kurz hochgeladen, sofort gelöscht. Aber: 12 Personen haben bereits einen Screenshot gemacht. Das Bild lebt weiter – ohne Kontrolle. Reale Konsequenz: das Opfer muss jahrelang damit leben. Das Netz vergisst nicht.
🗳️ 2. Die Filterblase: Du likest nur Inhalte die du magst. Der Algorithmus zeigt dir immer mehr davon. Plötzlich siehst du nur noch eine Sichtweise auf die Welt. Das beeinflusst deine Meinungen und Entscheidungen – auch im echten Leben (Wahlen, Klimadiskussion, Gesellschaft). Deine digitale «Diät» formt dein Weltbild.
🌍 3. Die Bewegung die entsteht: Frisch machen für Klimastreik, #MeToo, #BlackLivesMatter – all diese Bewegungen begannen online und veränderten die reale Welt fundamental. Social Media gibt Menschen eine Stimme die sie offline nie hätten. Das ist eine riesige Chance – aber auch Verantwortung.
Dein digitaler Fussabdruck
👣 Digitaler Fussabdruck
Alles was du online tust hinterlässt Spuren: Posts, Kommentare, Likes, Suchanfragen, Standorte. Dieser digitale Fussabdruck existiert auch wenn du Inhalte löschst – er kann in Caches, Backups oder Screenshots weiterleben. Was du heute postest, kann in 10 Jahren noch auffindbar sein.
💭
Frage dich vor jedem Post:Wäre ich ok damit wenn meine Grosseltern, meine Lehrperson oder ein zukünftiger Arbeitgeber das sieht?
Der 10-Jahres-Test:Wie werde ich in 10 Jahren auf diesen Post schauen? Wird er mir peinlich sein? Jemanden verletzen?
🔄
Die goldene Regel digital:Behandle andere online so wie du offline behandelt werden möchtest.
Mein Verhalten – Reflexion
🔄 Zum Nachdenken: Welche Handlungen in meiner digitalen Welt haben zuletzt Konsequenzen für mein echtes Leben gehabt – positive oder negative? Und: Was möchte ich bewusst verändern?

Tipp für die Klasse: Erzählt euch in Zweiergruppen von einer positiven und einer negativen Wechselwirkung die ihr selbst erlebt habt.

Quiz

3 Punkte pro richtige Antwort

Punkte: 0 / 27
Was versteht man unter «Identitätsbildung» im Kontext digitaler Medien?
Was ist der grösste Unterschied zwischen Cybermobbing und klassischem Mobbing?
Was sollte ich ZUERST tun wenn ich Cybermobbing erlebe?
Warum sind viele «kostenlose» Apps und Games eine mögliche Schuldenfalle?
Was ist eine «Filterblase»?
Tim hat kein Smartphone und wird deshalb in der Schule von wichtigen Gesprächen ausgeschlossen. Was zeigt das?
Du hast ein lustiges Foto von einem Klassenkameraden ohne sein Wissen gemacht und überlegst es zu posten. Was ist richtig?
Was versteht man unter «digitaler Fussabdruck»?
Was ist die «goldene Regel» für digitale Kommunikation?
Herzlichen Glückwunsch! 🎉

Du kennst die Wechselwirkungen zwischen realer und digitaler Welt.

🥇
Digital Literacy Diplom
MI.1.1c · Lehrplan 21 · Mittelstufe
0 / 27
Ausgezeichnet!
🪞💬⚠️⚖️🔄
Das hast du gelernt
🪞 Digitale Identität: Online-Aktivitäten formen das Selbstbild. Filter und Vergleiche können unrealistische Erwartungen erzeugen.
💬 Beziehungen: Digital und real sind verflochten – Ausgrenzung online wirkt offline und umgekehrt.
⚠️ Cybermobbing: Kein Rückzugsort, 24/7, grosses Publikum. Beweise sichern, Hilfe holen, nie mitmachen.
⚖️ Chancen & Risiken: Vernetzung und Wissen vs. Sucht, Schulden, Datenverlust – Bewusstsein schützt.
🔄 Wechselwirkungen: Digitaler Fussabdruck bleibt. Goldene Regel: Andere online so behandeln wie ich behandelt werden möchte.
Ist dieser Beitrag hilfreich?
JaNein