Übersicht & Lernziele
Diese Einheit begleitet Schülerinnen und Schüler durch das Thema Mobbing – von der eigenen Erfahrungswelt aus. Im Zentrum stehen Empathie, Zivilcourage und konkrete Handlungsstrategien.
Lernziele
Pädagogischer Ansatz
SuS lernen durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse. Rollenspiele, Perspektivenwechsel und Körperübungen machen abstrakte Konzepte spürbar und unvergesslich. Was man erlebt hat, versteht man tiefer.
Jede Lektion folgt diesem Zyklus. Zuerst erleben SuS etwas, dann reflektieren sie gemeinsam, daraus entsteht Verständnis – und schliesslich wird es auf echte Situationen angewendet.
Vor Beginn der Einheit werden gemeinsam Klassenregeln besprochen. Alles was in der Klasse passiert, bleibt in der Klasse. Kein Auslachen. Keine echten Namen bei Szenarien.
Einheit auf einen Blick
| Lektion | Thema | Kern-Erfahrungselement | Sozialform |
|---|---|---|---|
| L 1 | Was ist Mobbing? Abgrenzung, Merkmale |
🧊 Eiswürfel-Übung · Szenario-Karten | Plenum / Gruppe |
| L 2 | Die 3 Rollen Täter, Opfer, Zeuge |
🎭 Rollenspiel «Schulhof» | Gruppe / Plenum |
| L 3 | Gefühle & Auswirkungen Empathie, Körper |
🌡️ Körperthermometer · Brief schreiben | EA / Partner |
| L 4 | Handeln & Helfen Zivilcourage, Strategien |
🔥 Fishbowl · STOPP-Training | Gruppe / Plenum |
| L 5 | Unsere Klasse – Abschluss Verbindlichkeit, Transfer |
📜 Klassenvertrag · Stärken-Galerie | Klasse / EA |
Erfahrungselemente
Hier findest du alle Erfahrungsübungen der Einheit – mit Anleitung, Zeitangabe und pädagogischem Ziel. Sie können auch einzeln in andere Unterrichtseinheiten eingebaut werden.
Nach 6–8 Aussagen: Kurze Reflexion im Plenum – was haben wir gespürt?
Danach: Rollentausch. Jede/r erlebt mindestens 2 Rollen.
LP fragt einzelne SuS: «Warum stehst du dort?» Kurze Diskussion über unterschiedliche Wahrnehmungen.
Optional: Briefe vorlesen (freiwillig). LP sammelt die Briefe und hält fest, welche Aussagen besonders stark sind.
Aussensitzende können reinkommen wenn sie reden möchten. Jemand vom Innenkreis geht raus – max. 4 Personen innen.
Danach Reflexion: Was war schwierig? Warum fühlt es sich komisch an, einzugreifen?
Am Schluss liest jede/r das eigene Blatt. LP: «Das ist unser Klassenpotenzial gegen Mobbing.»
Alle unterschreiben. Der Vertrag wird aufgehängt und bei Bedarf wieder hervorgeholt.
🧊 12 Aussagen für die Eiswürfel-Übung
LP liest die Aussagen vor. SuS reagieren körperlich: Arme öffnen = warm/angenehm · Arme verschränken = kalt/unangenehm. Kein Richtig oder Falsch – nur eigene Wahrnehmung zählt.
🎭 Schulhof-Rollenspiel mit Freeze – Ausführliche Beschreibung
Vollständige Anleitung zur Durchführung dieser Methode – inklusive Szenen, Rollenkarten-Entwürfen und Moderationshinweisen.
Was ist die Freeze-Technik?
Die Freeze-Technik stammt aus dem Theaterpädagogik (Forum-Theater nach Augusto Boal). Die LP unterbricht das Rollenspiel zu einem dramatischen Moment mit dem Ruf «Freeze!» – alle Spielenden «frieren ein» (bleiben reglos stehen). Die LP geht zu einer Person, tippt sie an und fragt: «Was denkst du gerade?» Die Person antwortet in der Rolle (Ich-Form). Danach: «Unfreeze!» – das Spiel geht weiter.
Sie macht innere Gedanken sichtbar, die sonst unsichtbar bleiben. SuS hören, was der «Täter» wirklich denkt, was das «Opfer» fühlt und warum der «Zeuge» nicht handelt. Das schafft echte Empathie – nicht durch Erklärung, sondern durch Erleben.
Schritt-für-Schritt: Durchführung
| Schritt | Was tut die LP? | Was tun die SuS? |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Rollenkarten austeilen (1× Täter, 1× Betroffene/r, 2× Zeuge). Kurz erklären was auf den Karten steht. Schutzraum-Erinnerung: keine echten Namen, kein Auslachen. | Karten lesen. Kurz in die Rolle einfinden. Bei Fragen: fragen. |
| Szene 1 starten | LP liest den Szenen-Einstieg vor: «Es ist Pause auf dem Schulhof…» Signal: «Los!» | SuS spielen frei. Keine vorgeschriebenen Texte. Nur die Rollenvorgabe zählt. |
| Freeze! (1–2×) | LP ruft «Freeze!» zu einem spannenden Moment. Tippt nacheinander 2 Personen an. Fragt: «Was denkst du gerade?» Kurze Antworten (max. 20 Sek.). Dann: «Unfreeze!» | Alle bleiben reglos. Angetippte Person antwortet in Ich-Form, in der Rolle. |
| Rollentausch | LP stoppt nach 3–4 Min. Rollenkarten weitergeben (im Uhrzeigersinn). Kurz neu einlesen. | Neue Rolle übernehmen. Dieselbe Szene nochmals – aus anderer Perspektive. |
| Szene 2 | Zweite Szene starten (schwieriger: Ausschluss aus Chat). Wieder 1–2× Freeze einsetzen. | Spielen mit mehr Erfahrung und tieferem Verständnis. |
| Ausstieg | LP sagt deutlich: «Wir treten jetzt aus unseren Rollen heraus.» Alle schütteln kurz die Hände aus (Entrollungs-Ritual). | Kurz durchatmen. Rückblick: Wie war das für mich? |
Die 2 Schulhof-Szenen
Rollenkarten-Entwurf (zum Ausdrucken)
😤 Täter / Anführer:in
- Du findest Mia irgendwie komisch
- Du willst cool wirken vor den anderen
- Du denkst: «Ist doch nur ein Witz»
- Startsatz: «Ah schau, da ist ja Mia…»
😔 Betroffene/r (Mia)
- Du sitzt alleine – das ist normal für dich
- Du weisst nicht wie du reagieren sollst
- Du hoffst, dass es aufhört
- Startsatz: Du sagst erst nichts
👀 Zeuge/Zeugin
- Du siehst was passiert
- Du findest es nicht gut, aber sagst nichts
- Du willst nicht auffallen
- Du bist unsicher was du tun sollst
🔺 Hintergrundwissen: Das Mobbing-Dreieck
Wissenschaftlicher Hintergrund zu den 3 Rollen – als Grundlage für die Lehrperson und als vereinfachte Version für die Klasse.
Das Dreieck nach Dan Olweus
Der norwegische Psychologe Dan Olweus (gilt als Begründer der systematischen Mobbingforschung) beschrieb in den 1970er–90er Jahren, dass Mobbing kein Zweipersonen-Problem ist. Es braucht immer eine Gruppe – und alle spielen eine Rolle, auch wer «nur zuschaut».
Initiert das Mobbing. Oft: Wunsch nach Macht, Kontrolle oder sozialer Anerkennung. Nicht immer sozial isoliert – häufig im Gegenteil gut vernetzt. Braucht ein Publikum. Sieht die Konsequenzen für das Opfer oft nicht oder verdrängt sie. Forschung (Olweus): Täter haben häufig wenig Empathie, aber viel Dominanzstreben.
Häufig: Einzelpersonen die schon etwas isoliert sind, weniger Selbstbewusstsein haben oder «anders» wirken. Wichtig: Es ist nie die Schuld der betroffenen Person. Langzeitfolgen sind real: Angst, Schulverweigerung, Depression. Viele Betroffene schweigen lange – aus Scham oder Angst es schlimmer zu machen. Forschung: Frühzeitige Intervention entscheidet über Langzeitwirkung.
In einer typischen Mobbing-Situation sind 80–85% der Anwesenden Zeugen. Forschung zeigt: Wenn Zeugen eingreifen, stoppt Mobbing in über 50% der Fälle innerhalb von 10 Sekunden (Craig & Pepler, 1997). Warum greifen sie trotzdem oft nicht ein? Bystander-Effekt (jeder denkt, ein anderer handelt), Angst selbst zum Ziel zu werden, Unsicherheit wie einzugreifen.
Die finnische Forscherin Christina Salmivalli hat das Dreieck erweitert:
Assistenten – helfen dem Täter aktiv mit · Verstärker – lachen, feuern an, liken · Aussenstehende – schauen zu, tun nichts · Verteidiger – greifen ein, stärken das Opfer. Die Gruppe formt das Verhalten – Einzelpersonen können es verändern.
Für die Klasse: Das Dreieck einfach erklärt
Diese vereinfachte Version kannst du mit der Klasse besprechen – an der Tafel zeichnen oder auf ein Plakat bringen.
😤 Täter/in
- Startet das Mobbing
- Will Macht oder cool wirken
- Braucht ein Publikum
- Sieht Konsequenzen oft nicht
😔 Betroffene/r
- Wird verletzt – ohne es verdient zu haben
- Schweigt oft aus Scham
- Braucht Unterstützung von aussen
- Es ist nie die eigene Schuld
👀 Zeuge/Zeugin
- Die mächtigste Rolle!
- Eingreifen stoppt Mobbing oft sofort
- Auch Zuschauen ist eine Entscheidung
- Ich kann etwas tun – auch Kleines zählt
«Zeugen sind die stillen Hauptpersonen in jeder Mobbing-Geschichte. Sie können das Ende schreiben.»
Lektionsplanung
Detaillierte Zeitplanung für alle 5 Lektionen. Klicke auf eine Lektion um den Ablauf zu sehen.
| Zeit | Phase | Inhalt & Durchführung | Sozialform |
|---|---|---|---|
| 0–8' | Einstieg | 🧊 Eiswürfel-Übung (→ Erfahrungselemente). LP führt durch 8 Aussagen. Gemeinsame Reflexion: Was macht eine Aussage «kalt»? Woran merken wir das im Körper? | Plenum / Kreis |
| 8–18' | Erarbeitung | Szenario-Karten sortieren: Gruppen à 3 sortieren 8 Karten in «Streit», «Mobbing» oder «unsicher». Vergleich im Plenum. LP führt die 3 Merkmale von Mobbing ein: absichtlich – wiederholt – Machtungleichgewicht. | Gruppe / Plenum |
| 18–28' | Input | Formen von Mobbing: LP erklärt 4 Formen (körperlich, verbal, sozial, digital) mit je einem Beispiel. SuS ergänzen in Partnerarbeit: «Welche Form ist unsichtbarer? Warum?» | LP → Partner |
| 28–38' | Vertiefung | «Das ist kein Witz»: LP zeigt 3 Aussagen die oft als Witz getarnt sind. SuS diskutieren: Woran erkennst du, ob es ein Witz ist? Was macht den Unterschied? | Plenum |
| 38–45' | Sicherung | Blitzlicht: Jede/r nennt ein Wort oder einen Satz – «Das nehme ich heute mit.» LP notiert Kernaussagen an der Tafel. Hinweis auf nächste Lektion: «Wir schlüpfen in verschiedene Rollen.» | Plenum / EA |
| Zeit | Phase | Inhalt & Durchführung | Sozialform |
|---|---|---|---|
| 0–7' | Einstieg | Rückblick + Rollenvorstellung: LP zeigt Dreieck «Täter – Opfer – Zeuge». Kurze Diskussion: Welche Rolle ist eigentlich die mächtigste? (Auflösung: Zeuge – sie können am meisten verändern) | Plenum |
| 7–27' | Rollenspiel | 🎭 Schulhof-Rollenspiel mit Freeze (→ Erfahrungselemente). Gruppen à 4 SuS. LP gibt Rollenkarten aus. Szene 1 spielen → Freeze → Reflexion → Rollentausch → Szene 2. LP moderiert Freeze-Momente gezielt. | Gruppe / Plenum |
| 27–38' | Auswertung | Sitzkreis-Gespräch: Wie hat sich die Zeugen-Rolle angefühlt? Was hat euch gehindert einzugreifen? Was hätte geholfen? LP: «Zuschauen ist auch eine Entscheidung.» | Plenum / Kreis |
| 38–45' | Sicherung | Exit-Ticket: SuS schreiben auf ein Post-it: «Als Zeuge wäre es für mich schwierig, weil...» und kleben es anonym an die Tafel. LP liest einige vor – ohne Kommentar, nur als Spiegel. | EA |
| Zeit | Phase | Inhalt & Durchführung | Sozialform |
|---|---|---|---|
| 0–6' | Einstieg | Kurzgeschichte: LP liest eine 3-minütige Geschichte vor: «Mias Tag» – ein Schulmädchen das täglich gemobbt wird. Ohne Kommentar. Kurze Stille. Dann: «Was habt ihr gerade gespürt?» | Plenum / Stille |
| 6–18' | Körperübung | 🌡️ Körperthermometer (→ Erfahrungselemente). LP liest 4 Situationen. SuS positionieren sich. Nach jeder Situation: 1–2 kurze Wortmeldungen – warum dort? Was macht den Unterschied? | Klasse / Plenum |
| 18–33' | Schreiben | ✉️ Brief schreiben (→ Erfahrungselemente). SuS schreiben 10 Min. einen Brief an «Mia». Leitfragen auf dem Blatt. Anschliessend: Wer mag, liest vor. Keine Pflicht. | EA / Plenum |
| 33–42' | Vertiefung | Langzeitfolgen: LP erklärt kurz was Mobbing langfristig auslösen kann (Schlaf, Konzentration, Vertrauen, Schulverweigerung). SuS ergänzen ein Körperbild: «Wo spürst du es?» | EA / Plenum |
| 42–45' | Sicherung | Ein-Wort-Runde: Jede/r nennt ein Wort das diese Lektion beschreibt. LP: «Nächste Stunde: Was können WIR tun?» | Plenum |
| Zeit | Phase | Inhalt & Durchführung | Sozialform |
|---|---|---|---|
| 0–7' | Einstieg | «Was hättest du getan?»: LP zeigt 2 kurze Comic-Strips mit Mobbing-Situationen. SuS schreiben auf ein Haftnotiz: «Ich hätte...» – anonym kleben, LP liest einige vor. | EA / Plenum |
| 7–22' | Diskussion | 🔥 Fishbowl-Diskussion (→ Erfahrungselemente). Situation: «Kim wird täglich aus dem Klassen-Chat ausgeschlossen. Was tut ihr?» Innenkreis diskutiert, Aussenkreis beobachtet. Rollenwechsel möglich. | Plenum / Kreis |
| 22–36' | Training | 🛑 STOPP-Training (→ Erfahrungselemente). Partner-Übung. KV 5: Karten mit abwertenden Aussagen. Geübt wird: Handfläche zeigen, «STOPP. Das ist nicht okay.» Blickkontakt halten. Dann Reflexion. | Partner |
| 36–45' | Sicherung | Strategie-Plakat: Gruppen erstellen ein Mini-Plakat «Unsere 3 Strategien als Zeuge». Aufgehängt im Schulzimmer. LP: «Morgen bringen wir das auf unser ganzes Klassen-Leben.» | Gruppe |
| Zeit | Phase | Inhalt & Durchführung | Sozialform |
|---|---|---|---|
| 0–8' | Rückblick | Reise durch die Einheit: LP zeigt kurz alle 5 Erfahrungselemente auf Fotos (Polaroids an der Tafel). «Was war dein persönlichstes Moment?» – kurze Runde ohne Druck. | Plenum |
| 8–28' | Erfahrung | 🖼️ Stärken-Galerie (→ Erfahrungselemente). Jede/r bekommt ein Blatt mit eigenem Namen. Blätter an der Wand. SuS gehen durch den Raum, schreiben Stärken. Anschliessend: lesen + teilen. | Klasse / EA |
| 28–42' | Verbindlichkeit | 📜 Klassenvertrag (→ Erfahrungselemente). Gruppen erarbeiten je 3 Regeln. Plenum: Auswahl der wichtigsten. Schreiben auf grosses Papier. Alle unterschreiben. Aufhängen! | Gruppe / Klasse |
| 42–45' | Abschluss | Ritualabschluss: Alle stehen im Kreis. LP: «Eine Sache die ich von heute mitnehme.» Jede/r nennt eine. Klatschen – fertig. | Plenum / Kreis |
Szenarien & Diskussionsfragen
Diese Szenarien können flexibel in allen Lektionen eingesetzt werden – für Szenario-Karten, Rollenspiele, Fishbowl-Diskussionen oder Körperthermometer-Übungen.
Szenario-Karten: Streit oder Mobbing?
SuS sortieren diese Situationen in «Streit», «Mobbing» oder «Grauzone». Anschliessend begründen sie ihre Entscheidung.
5 reale Beispiele – Mobbing in der Schule
Diese Beispiele basieren auf dokumentierten Mustern aus der Mobbingforschung und Schulpraxis in der Schweiz und Deutschland. Namen sind fiktiv. Sie eignen sich als Gesprächseinstieg, für Fishbowl-Diskussionen oder zur Analyse im Plenum.
Beispiel 1–4 zeigen Mobbing-Dynamiken aus verschiedenen Perspektiven. Beispiel 5 zeigt bewusst eine positive Wendung – als Abschluss oder Einstieg in die Zivilcourage-Lektion besonders wirkungsvoll. Alle Beispiele können mit der Klasse als stille Lektüre, Vorlesung durch LP oder als Basis für ein Rollenspiel eingesetzt werden.
Diskussionsfragen für alle Lektionen
«Wenn du betroffen wärst – wen würdest du zuerst ansprechen, und warum?» · «Was bräuchtest du von den anderen?» · «Was würde es erleichtern, es zu erzählen?»
«Warum schauen viele einfach zu?» · «Was hält euch davon ab einzugreifen?» · «Was wäre der kleinste mögliche Schritt?» · «Was macht «Zuschauen» mit euch selbst?»
«Warum lachen manche mit, auch wenn sie es nicht gut finden?» · «Was braucht eine Klasse damit sich niemand alleine fühlt?» · «Was ist der Unterschied zwischen lustig und verletzend?»
Reflexionsfragen für Einzelarbeit (Heft)
- Was war für mich heute neu oder überraschend?
- Habe ich selbst schon einmal etwas erlebt, das ich heute wiedererkannt habe?
- Was würde ich anders machen, wenn ich nochmals Zeuge einer solchen Situation wäre?
- Was ist eine Stärke von mir, die ich gegen Mobbing einsetzen kann?
- An wen würde ich mich wenden, wenn ich Hilfe bräuchte?
Differenzierung & Anpassungen
Die Einheit ist für eine breite Alters- und Leistungsgruppe konzipiert. Hier findest du Anpassungsideen für unterschiedliche Bedürfnisse.
Nach Lernniveau
🌱 Unterstützung (Klasse 4)
- Szenario-Karten mit Bildunterstützung
- Rollenkarten mit Startsätzen
- Nur 2–3 Reflexionsfragen (nicht alle)
- Partnerarbeit statt Einzelarbeit
- Schreiben durch Zeichnen ersetzen
- Kürzere Texte, mehr Bilder
📘 Basis (Klasse 4–5)
- Alle Erfahrungselemente wie geplant
- Partnerarbeit und Gruppenarbeit
- Reflexion mündlich und schriftlich
- Szenario-Karten sortieren
- STOPP-Training im Paar
- Klassenvertrag gemeinsam
🚀 Vertiefung (Klasse 5–6)
- Eigene Szenarien entwickeln
- Interview einer betroffenen Person (fiktiv)
- Recherche: Beratungsstellen, Rechte
- Kurzfilm oder Podcast produzieren
- Anti-Mobbing-Konzept erarbeiten
- Verknüpfung mit Cybermobbing-Einheit
Besondere Situationen
Rollenspiele können zu nah an der Realität sein. Variante: Nur mit fiktiven Namen und Situationen arbeiten. Rollenspiele weglassen und durch stille Reflexion ersetzen. Zuerst mit der Schulsozialarbeit abklären.
Körperübungen (Eiswürfel, Körperthermometer) brauchen wenig Sprache. Bildbasierte Szenariokarten einsetzen. Begriffe visualisieren. Rollenspiele mit einfacher Sprache vorbereiten.
Klare Strukturen und Vorabinformationen. Rollenkarten mit Bildern ergänzen. Geräuschempfindliche SuS: Ruhezone anbieten. Soziale Situationen vorab besprechen damit sie nicht überraschend kommen.
Zeitliche Anpassungen
| Verfügbare Zeit | Empfehlung |
|---|---|
| 1 Lektion | L1 (Was ist Mobbing?) + Eiswürfel-Übung + Szenario-Karten. Wichtigste Grundlagen in 45 Min. |
| 2 Lektionen | L1 + L4 (Handeln). Erkennen und handeln als Kernanliegen. |
| 3 Lektionen | L1 + L2 + L5. Erkennen – Rollen erleben – Abschluss mit Verbindlichkeit. |
| 5 Lektionen | Alle Lektionen wie geplant. Optimale Wirkung. |
Materialien & Hinweise
Alle Kopiervorlagen und Hilfsmittel auf einen Blick – mit Hinweisen zur Vorbereitung und Verwendung.
Kopiervorlagen (KV) – Übersicht
| KV | Inhalt | Lektion | Hinweis |
|---|---|---|---|
| KV 1 | Szenario-Karten «Streit oder Mobbing?» (8 Karten) | L1 | Ausdrucken + laminieren |
| KV 2 | Rollenkarten Schulhof-Rollenspiel (Täter, Opfer, 2× Zeuge) | L2 | 1 Set pro Gruppe |
| KV 3 | «Mias Tag» – Kurzgeschichte (1 A4-Seite) | L3 | Vorlesen durch LP |
| KV 4 | Körperbild «Wo spürst du es?» (Umriss Körper) | L3 | 1 pro SuS |
| KV 5 | Comic-Strips Mobbing-Situationen (2 Szenen) | L4 | Farbig drucken empfohlen |
| KV 6 | STOPP-Karten mit abwertenden Aussagen (10 Karten) | L4 | Laminieren empfohlen |
| KV 7 | Klassenvertrag-Vorlage (gross, mit Unterschriftsfeld) | L5 | A3, nach L5 laminieren |
Weiterführende Hilfsangebote für SuS
Telefon: 147 · kostenlos · 24 Stunden · anonym · auch per Chat auf 147.ch
Informationen und Beratung zu Cybermobbing. Für SuS und Lehrpersonen. Gute ergänzende Materialien.
Bei konkreten Vorfällen: Die Schulsozialpädagogin / den Schulsozialpädagogen frühzeitig einbeziehen. Gemeinsam handeln ist wirkungsvoller als alleine.