Tag 1 Dienstag, 10. Juni 2025:  vor Ort 08.45 bis 16.50 Uhr

  1. Begrüssung Vorstellung Jussi und Dani Vorstellung Studierende Organisatorisches
  2. Input Lehrplan21
  3. Input Digitaler Wandel
  4. Die vier Fälle des Unterstrass
  5. Medienprofitest Pro Juventute
  6. Selbstlernauftrag 1: QUEST24 – Selbstlernauftrag 1
  7. Selbstlernauftrag 2: QUEST24 – Selbstlernauftrag 2


Tag 2 Samstag 21. Juni 2025:  vor Ort 08.45 bis 16.50 Uhr

Zeit

Inhalt

08.40 bis 09.00 Uhr

Begrüssung und Administratives

1. Begrüssung
2. Mittagspause abmachen

2025_06_21_KI_Input

09.00 bis 16.30 Uhr

(inkl. Pausen)

Medienbildung in der Volksschule

Künstliche Intelligenz

  • Input zu künstlicher Intelligenz
  • Praxisbeispiele für den Einsatz im Unterricht mit:
  • Drei Thesen zu KI-Systemen in der Volksschule
  • User-Story zum Einsatz von KI-Systemen
  • Miro-Board

Selbstlernauftrag 

  • Gibt es noch Fragen zur Medienbildung?

Grundwissen Computer

Selbstlernauftrag 1: QUEST24 – Selbstlernauftrag 1



Tag 3 Mittwoch, 29. Oktober 2025 :  vor Ort 13.50 Uhr bis 17.00 Uhr

Zeit

Inhalt

13.50 bis 14.00 Uhr

Begrüssung und Administratives

  1. Begrüssung
  2. Pause
  3. Und weiteres

14.00 bis 17.00 Uhr

(inkl. Pausen)

Rückblick Selbstlernauftrag Programmieren

  • Wir steigen ein mit einem Rückblick auf den Selbstlernauftrag vom 21. Juni 2025. Falls ihr diesen noch nicht bearbeitet habt, könnt ihr dies noch bis am 29. Oktober 2025 erledigen
  • Verschiedene Programmiertools kennen lernen

    • Wir lernen anhand der Website unterricht-digital.ch verschiedene Programmiertools kennen und zeigen auf, wie diese sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können.
    • Pairprogrammieren

QUEST24 – Programmieren im Unterricht:

Rückmeldungen Google Doc

Grundwissen Computer

Verschiedene Programmier-Geräte kennen lernen

Austausch : Wie setze ich den Programmier-Unterricht um?

 Vorlage als Gedankenhilfe

ZZCHATGPT als Lernbegleiter für Scratch

Das meint ChatGPT:

Das ist eine hervorragende Idee — genau so wird ChatGPT zu einem echten Lernbegleiter statt einem „Antwortautomaten“. 😊
Hier ist ein Vorschlag für einen Prompt, den du direkt in Scratch-Unterricht einsetzen kannst. Er ist so formuliert, dass die Schülerinnen und Schüler ihn kopieren und einfügen können, wenn sie Hilfe brauchen.
Er leitet mich an, wie ich mit ihnen interagieren soll: mit einfachen Fragen, pädagogischem Feingefühl und gezielter Unterstützung statt fertigen Lösungen.

Zur Seite mit den Anleitungen 

Weitere Input für dich zum Programmieren (Ideen, Hilfen …)

Programmieren – Unterrichtsideen – Startup



Tag 4 Mittwoch, 21.Januar :  ONLINE 13.15Uhr bis 16:30Uhr

Team-link für Onlineveranstaltung

Vorstellen (Input):

KI in Schulen – Vom Einstieg zur Verankerung

Ein praxisorientierter Weg für Schulen (Volksschulamt Zürich)


Unterstützung beim Programmierunterricht

Zur Seite mit den Anleitungen 

Weitere Input für dich zum Programmieren (Ideen, Hilfen …)


Selbstlernen:

Planung des Unterrichts

Lehrplan 21 – Medien und Informatik

Lehrplan 21 – Medien und Informatik


Abschluss gemeinsam:

 5. Halbtag

Medien

  • Begrüssung und Administratives

Neue Struktur unterricht-digital.ch

Design-Thinking in der Volksschule ·

Der Systemstart 

  • Szenische Lesung zum Systemstart eines Computers

Medienprävention 

KI als Lehrperson einsetzen

Als Team:

  • ICT-Coach -> künstliche Intelligenz  -> KI in Schulen – vom Einstieg zur Verankerung
  • Als Einzelperson von Claude.ai:
    • Wie Lehrpersonen mit KI zu besten Ergebnissen kommen

      Die Qualität der KI-Antwort hängt stark davon ab, wie präzise die Eingabe (der sogenannte «Prompt» – also der Auftrag an die KI) formuliert ist. Hier eine praxisnahe Zusammenstellung.

      Die fünf Grundbausteine eines guten Prompts

      Wer alle fünf Elemente angibt, erhält fast immer brauchbare Resultate:

      1. Rolle: «Du bist erfahrene Primarlehrperson der 4. Klasse …»
      2. Aufgabe: Was soll konkret entstehen (Arbeitsblatt, Quiz, Lernzielkontrolle)?
      3. Zielgruppe: Klassenstufe, Vorwissen, Sprachniveau, allfällige Lernschwierigkeiten
      4. Kontext: Fach, Thema, Bezug zum Lehrplan 21 (Kompetenzbereich), verfügbare Zeit
      5. Format: Länge, Struktur, Layout, Anzahl Aufgaben

      Konkrete Prompt-Beispiele für den Schulalltag

      Texte aufbereiten und vereinfachen

      «Vereinfache den folgenden Sachtext zum Thema Wasserkreislauf für eine 5. Klasse. Sprachniveau A2-B1, kurze Sätze, Fachwörter am Rand erklärt. Behalte alle wichtigen Fachbegriffe bei. [Text einfügen]»

      Differenzierung erstellen

      «Erstelle zu folgendem Arbeitsblatt drei Niveaus: leicht, mittel, anspruchsvoll. Die Kernaufgabe bleibt gleich, aber Hilfestellungen, Wortschatz und Aufgabenmenge unterscheiden sich.»

      Lernziele formulieren

      «Formuliere für eine Mathematik-Lektion zum Thema Bruchrechnen (6. Klasse) drei kompetenzorientierte Lernziele nach Lehrplan 21. Verwende beobachtbare Verben wie ‹benennen, vergleichen, berechnen›.»

      Einstiege und Stundenideen

      «Schlage mir fünf verschiedene Einstiege für eine Geschichtslektion zum Thema Industrialisierung vor. Je ein Einstieg über: Bild, Geschichte, Frage, Gegenstand, Aktivität. Dauer: max. 10 Minuten.»

      Quiz und Repetitionen

      «Erstelle 10 Quizfragen zum Thema Photosynthese für die Sek I. Mische Multiple-Choice, offene Fragen und ein Anwendungsbeispiel. Lösungen separat unten.»

      Elternkommunikation

      «Verfasse einen freundlichen Elternbrief zur bevorstehenden Schulreise nach Bern. Sachlich, mit Datum, Treffpunkt, Material, Kosten, Rückkehrzeit. Ton: freundlich-professionell.»

      Feedback und Beurteilung

      «Hier ist ein Schüleraufsatz aus der 8. Klasse. Gib mir Stichworte für ein konstruktives Feedback: Was ist gelungen, was lässt sich verbessern? Lobe konkret, schlage zwei Übungen zur Weiterentwicklung vor.»

      Was die Resultate spürbar verbessert

      Beispiele mitgeben: «Hier ein Arbeitsblatt, das mir gut gefällt – mache mir eines im selben Stil zum neuen Thema.» Das funktioniert weit besser als reine Beschreibungen.

      Iterativ arbeiten: Selten ist der erste Wurf perfekt. Statt neu zu starten, lieber nachbessern: «Mach Aufgabe 3 schwieriger», «Kürze den Einstieg», «Ersetze die Beispiele durch solche aus der Schweiz».

      Negative Anweisungen klar geben: «Keine Anglizismen», «keine Klammern im Text», «keine Aufgaben mit Multiple-Choice».

      Kontext aus eigener Praxis einbauen: «Meine Klasse hat Mühe mit Textaufgaben, viele Kinder mit DaZ-Hintergrund (Deutsch als Zweitsprache). Berücksichtige das.»

      Schweizer Bezug verlangen: KI-Modelle tendieren zu deutschen oder amerikanischen Beispielen. Explizit anfordern: «Verwende Schweizer Beispiele, Schweizer Rechtschreibung (ss statt ß), Schweizer Franken.»

      Typische Stolpersteine

      • Zu vage Aufträge («Mach mir was zu Vulkanen») führen zu Allerweltsantworten.
      • Fehlende Niveauangabe: Ohne Klassenstufe trifft die KI oft das falsche Sprachniveau.
      • Blind übernehmen: Fakten – besonders Zahlen, Daten, Quellen – immer gegenprüfen. Die KI kann überzeugend Falsches schreiben.
      • Datenschutz: Keine echten Schülernamen, Noten oder sensible Personendaten eingeben.

BNE

BNE im Modul Medien und Informatik nachhaltig verankern

BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) und das Modul Medien und Informatik (M+I) lassen sich sehr gut verbinden – vorausgesetzt, man behandelt BNE nicht als einmaliges Projekt, sondern als durchgehende Perspektive auf digitale Themen.

Was «nachhaltig implementieren» wirklich heisst

Nachhaltig bedeutet hier zweierlei: erstens, dass BNE als Haltung und Denkweise dauerhaft in den Unterricht einfliesst (nicht als Zusatzlektion in der Projektwoche). Zweitens, dass die Lernenden tatsächlich Kompetenzen aufbauen, die über die Schulzeit hinaus wirken. Einzelaktionen verpuffen schnell – Kontinuität entsteht durch fest verankerte Themen, wiederkehrende Methoden und schulhausweite Absprachen.

Inhaltliche Schnittstellen zwischen M+I und BNE

Die folgenden Themen lassen sich beidseitig anbinden – sie erfüllen Kompetenzen aus dem Modul M+I und behandeln gleichzeitig Nachhaltigkeitsfragen:

Digitaler Fussabdruck: Wie viel Strom und Wasser verbraucht eine Google-Suche, ein Streaming-Abend, eine KI-Anfrage? Lernende messen, recherchieren, vergleichen. Bezug: Anwendungskompetenzen + Verantwortung im Netz.

Hardware-Lebenszyklus: Woher kommen die Rohstoffe für Smartphones (Coltan, Lithium, seltene Erden)? Wer baut sie ab, unter welchen Bedingungen? Wohin geht der Elektroschrott? Verbindet Informatik-Grundlagen mit globaler Gerechtigkeit.

Daten und Macht: Wem gehören meine Daten? Wie funktionieren Algorithmen sozialer Netzwerke? Welche Folgen hat das für Demokratie und Meinungsbildung? Hochrelevant für Medienkompetenz im Lehrplan 21.

Künstliche Intelligenz: Energiebedarf von KI-Modellen, Bias (also eingebaute Vorurteile in Daten), Auswirkungen auf Berufsbilder, Verantwortung beim Einsatz. Aktuelles Thema mit hoher Schülerrelevanz.

Digitale Teilhabe: Wer hat Zugang zu Geräten und Internet, wer nicht? Was bedeutet das in der Schweiz, was global? Verbindet Informatik mit sozialer Nachhaltigkeit.

Fake News und Desinformation: Quellen prüfen, Bilder verifizieren, Manipulation erkennen. Klassisches Medienthema mit BNE-Bezug zu Demokratie und Mündigkeit.

Methodische Verankerung

Damit BNE wirklich greift, helfen einige didaktische Prinzipien:

Echte Probleme bearbeiten: Statt fiktiver Aufgaben reale Fragestellungen aus der Lebenswelt der Lernenden – «Wie viel CO₂ verursacht unsere Klassen-Cloud?» liefert mehr Lernertrag als ein abstrakter Lehrtext.

Vernetztes Denken einüben: BNE lebt von Zusammenhängen – ökologisch, sozial, ökonomisch. Aufgaben so stellen, dass Lernende Wirkungsketten erkennen («Wenn ich täglich zwei Stunden streame, dann …»).

Gestaltungskompetenz fördern: Lernende sollen nicht nur verstehen, sondern handeln können. Beispiele: eigenes Mediennutzungsbudget aufstellen, einen Erklärfilm zu Datenschutz produzieren, Schul-IT auf Energieeffizienz prüfen.

Reflexion einbauen: Nach jedem digitalen Werkzeug-Einsatz kurz fragen: Was war nützlich? Was hat es uns «gekostet» (Zeit, Aufmerksamkeit, Energie, Daten)? Diese Mini-Reflexionen wirken stark, wenn sie regelmässig stattfinden.

Strukturelle Verankerung in der Schule

Einzelne motivierte Lehrpersonen reichen nicht. Damit BNE im M+I-Unterricht bleibt, braucht es:

  • Absprachen im Kollegium: Wer übernimmt welches Thema in welcher Stufe? So entstehen keine Doppelungen, und kein Thema fällt durch.
  • Schullaufbahn-Konzept: Eine schlanke Übersicht, welche BNE-Aspekte in M+I auf welcher Stufe behandelt werden (z.B. Klasse 4: digitaler Fussabdruck; Klasse 6: Datenschutz; Sek 1: KI und Verantwortung).
  • Verankerung im Schulprogramm: BNE als Profilelement der Schule sichtbar machen – das schützt vor dem Versanden, wenn engagierte Personen wechseln.
  • Vorbildwirkung der Schule selbst: Die Schul-IT als Lerngegenstand nutzen. Welche Geräte kauft die Schule? Wie lange werden sie genutzt? Wo landen alte Geräte? Lernende einbeziehen.

Schweizer Anlaufstellen und Materialien

Für die konkrete Umsetzung gibt es brauchbare Quellen, die du nicht selbst entwickeln musst:

  • éducation21 (die nationale Stiftung für BNE) bietet geprüfte Unterrichtsmaterialien und Finanzhilfen für Schulprojekte.
  • PH-Materialien: Mehrere Pädagogische Hochschulen haben Module zu «Digitalität und Nachhaltigkeit» erarbeitet.
  • Lehrplan 21: Die fächerübergreifenden Themen (FüT) sind explizit auf BNE ausgerichtet – ein Verweis im Jahresplan macht das sichtbar.
  • mia21 und ähnliche Initiativen liefern fachdidaktische Grundlagen für M+I, oft mit BNE-Bezug.

Ein realistischer Einstiegsweg

Wenn du nicht alles auf einmal angehen willst, empfiehlt sich ein abgestuftes Vorgehen: Im ersten Jahr ein bis zwei Themen pilotieren (z.B. digitaler Fussabdruck und Datenschutz), Material sammeln, Erfahrungen mit Kolleginnen austauschen. Im zweiten Jahr ausweiten und in der Stufenplanung verankern. Ab dem dritten Jahr im Schulprogramm festschreiben. Diese Schrittfolge ist tragfähiger als ein grosser Wurf, der nach einem Jahr versandet.

Wenn du magst, kann ich dir für ein konkretes Thema (z.B. KI-Energieverbrauch oder digitaler Fussabdruck) eine Unterrichtssequenz mit Lernzielen, Aufgaben und Reflexionsfragen entwerfen – passend zur Stufe, die du unterrichtest.

Du hast gesagt: Wie leben wir das vor?

Wie leben wir das vor?

14:25

Claude hat geantwortet: Vorleben heisst: sichtbar handeln, nicht perfekt sein

Architected authentic role-modeling strategies across personal, classroom, and institutional levels

Architected authentic role-modeling strategies across personal, classroom, and institutional levels

Vorleben heisst: sichtbar handeln, nicht perfekt sein

Vorleben ist im BNE-Bereich der vielleicht stärkste pädagogische Hebel – und gleichzeitig der unbequemste. Lernende spüren sehr genau, ob Lehrpersonen das, was sie unterrichten, auch selbst leben. Wichtig: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Glaubwürdigkeit. Wer den eigenen Umgang mit Digitalem reflektiert und das offenlegt, lehrt mehr als jedes Arbeitsblatt.

Als einzelne Lehrperson

Eigene digitale Gewohnheiten transparent machen: Sprich offen über deinen Bildschirmkonsum, deine Smartphone-Nutzung, deine eigenen Dilemmas. «Ich habe gestern zwei Stunden auf Instagram verloren, das ärgert mich – wie geht es euch damit?» wirkt stärker als jede Mahnung.

Bewusste Werkzeugwahl zeigen: Erkläre, warum du eine bestimmte App, Plattform oder KI nutzt – und warum nicht. «Ich verwende für unsere Klasse keine US-Cloud, weil dort die Daten weniger geschützt sind. Stattdessen…» Das ist gelebte Datenkompetenz.

Reparieren statt ersetzen: Wenn dein Schul-Laptop streikt, lass ihn vor der Klasse reparieren oder zeig den Reparaturweg. Das alte Gerät weiternutzen wirkt mehr als zehn Folien zu Elektroschrott.

KI-Einsatz offen reflektieren: Wenn du mit KI ein Arbeitsblatt vorbereitest, sag es. Erkläre, was du übernommen, was du angepasst und was du verworfen hast. Damit zeigst du genau die Kompetenz, die du von den Lernenden erwartest.

Auch Grenzen zeigen: «Ich weiss es nicht», «Da bin ich unsicher», «Ich nutze das selber zu viel» – solche Sätze wirken nicht schwach, sie wirken echt.

Im Klassenzimmer

Sichtbare Energie-Entscheidungen: Geräte am Ende der Lektion gemeinsam herunterfahren, statt sie im Standby zu lassen. Beamer ausschalten in Pausen. Nicht aus Knausrigkeit, sondern als geübte Geste.

Datensparsamkeit vorführen: Wenn du Klassenlisten, Bilder oder Aufgaben verwaltest, mach laut, welche Daten du brauchst und welche nicht. «Ich brauche eure Mailadressen nicht für diese Aufgabe – also erfasse ich sie auch nicht.»

Analog-digital-Wahl bewusst treffen: Nicht alles, was digital geht, muss digital sein. Sag warum: «Heute machen wir das auf Papier, weil wir uns sonst zu sehr ablenken lassen» oder umgekehrt: «Heute digital, weil wir später vergleichen wollen».

Quellen offenlegen: Beim Recherchieren mit der Klasse vorzeigen, wie du Quellen prüfst, welchen du traust und warum. Statt fertige Wahrheiten zu liefern, das Suchen sichtbar machen.

Pausen einbauen: Bildschirmpausen nicht nur fordern, sondern selbst nehmen und erklären. «Ich lege jetzt das Tablet weg, weil mein Kopf gerade voll ist.»

Als Schule und Team

Vorleben ist nicht nur individuell – die Schule als Institution lebt vor oder eben nicht.

Beschaffung sichtbar diskutieren: Welche Geräte kauft die Schule, wie lange werden sie genutzt, was passiert mit ausgemusterten? Diese Entscheide nicht hinter den Kulissen treffen, sondern Lernende einbeziehen oder zumindest informieren.

Digitale Schulkommunikation hinterfragen: Muss jeder Elternbrief eine PDF mit drei Bildern sein? Braucht es täglich Push-Nachrichten in der Schul-App? Schulen modellieren mit ihrer Kommunikation einen Standard – im Guten wie im Schlechten.

Stromfressende Praktiken vermeiden: Riesige Videodateien per Mail rumschicken, jeden Vortrag aufnehmen, Daten doppelt und dreifach speichern – das alles hat Folgen, auch wenn man sie nicht sieht. Eine schlanke Datenkultur ist gelebte Nachhaltigkeit.

Anbieter bewusst wählen: Schweizer oder europäische Hosting-Lösungen, datensparsame Tools, Open-Source wo sinnvoll. Auch hier: nicht dogmatisch, aber nachvollziehbar.

Fehler eingestehen: Wenn die Schule eine Plattform einführt und merkt, sie war keine gute Wahl – das offen kommunizieren. Solche Schritte zeigen mehr Reife als das Festhalten an falschen Entscheidungen.

Häufige Stolpersteine

Doppelmoral vermeiden: Lernenden Bildschirmzeit predigen und selbst während der Lektion am Smartphone hängen – das wird sofort bemerkt und macht alles andere unglaubwürdig.

Nicht in Verzicht-Pädagogik abrutschen: Vorleben heisst nicht, alles Digitale zu verteufeln. Es heisst, bewusst zu entscheiden. Eine Lehrperson, die KI souverän und reflektiert nutzt, lebt mehr vor als eine, die KI grundsätzlich ablehnt.

Symbolpolitik durchschauen: Ein Plakat zur Nachhaltigkeit aufhängen, während daneben fünf alte Drucker verstauben – das merkt jede Klasse. Lieber kleine, echte Schritte als grosse Gesten.

Die unterschätzte Kraft des Unfertigen

Das Wirksamste am Vorleben ist oft nicht das Resultat, sondern der sichtbare Prozess. Wenn Lernende sehen, dass auch Erwachsene mit digitalen Entscheidungen ringen, dass auch Lehrpersonen Routinen verändern, scheitern und es wieder versuchen – dann lernen sie genau das, was BNE eigentlich will: dass Nachhaltigkeit eine Haltung ist, die täglich neu eingeübt wird, nicht ein Zustand, den man irgendwann erreicht.

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