MEDIEN UND INFORMATIK – ZYKLUS 1
Konkrete Umsetzungsideen für den Lehrplan 21 Zürich
Einleitung und Hinweise zur Nutzung
Dieses Dokument bietet dir eine umfangreiche Sammlung von praktischen Umsetzungsbeispielen für die Kompetenzen in Medien und Informatik gemäss Lehrplan 21 Zürich, Zyklus 1 (Kindergarten bis 2. Klasse).
Vorbereitung( inkl weitere Fächer) nach PH Luzern
Wichtig zu verstehen:
Dies ist eine Ideensammlung, keine Pflichtliste! Die aufgeführten Aktivitäten und Übungen sind als Inspirationsquelle gedacht. Es ist weder möglich noch sinnvoll, alle vorgeschlagenen Ideen umzusetzen.
So nutzt du dieses Dokument:
- Wähle gezielt aus: Suche dir die Aktivitäten heraus, die zu deiner Klasse, deiner Infrastruktur und deinem Jahresplan passen
- Passe an: Die Beispiele dienen als Grundlage – adaptiere sie an die Bedürfnisse und das Niveau deiner Schülerinnen und Schüler
- Kombiniere: Viele Kompetenzen lassen sich in einem Projekt gleichzeitig fördern
- Priorisiere: Konzentriere dich auf die Kernkompetenzen und baue darauf auf
- Berücksichtige Ressourcen: Nicht alle Schulen verfügen über die gleiche technische Ausstattung – wähle entsprechend aus
Empfehlung: Starte mit wenigen, dafür gut durchdachten Aktivitäten und erweitere dein Repertoire nach und nach. Qualität geht vor Quantität – lieber einige Kompetenzen gründlich erarbeiten als viele oberflächlich berühren.
Wenn du gern wissen möchtest, wie du einzelne Kompetenzen umsetzen möchtest, findest du hier eine Zusammenstellung:
Die Umsetzungsbeispiele sind nach Kompetenzbereichen gegliedert und mit praktischen Tipps, Materialhinweisen und konkreten Zeitangaben versehen. Lass dich inspirieren und gestalte deinen eigenen, auf deine Klasse zugeschnittenen Medien- und Informatikunterricht!
Weitere Unterrichtsschwerpunkte, die für Informatik und Medien hilfreich sind:
-
Kritisches Denken in der Schule
-
Vergleich analog – digital
-
Unterrichtsmodelle mit digitalen Mitteln
-
Was sind Grundlagen für den späteren Umgang mit KI?
Viel Erfolg bei der Umsetzung!
MEDIEN UND INFORMATIK ZYKLUS 1 – Komplett mit Anwendungskompetenzen
1. MEDIEN (MI.1)
MI.1.1 – Medien und Medienbeiträge nutzen
Geräte ein-/ausschalten & pflegen:
- Ritual einführen: Kinder holen Tablet selbstständig aus Ladestation, schalten es ein
- Hygiene-Routine: Vor Tablet-Nutzung Hände waschen → Plakat mit Ablauf aufhängen
- Lautstärke-Training: Mit Symbol-Karten (laut/leise) üben, Lautstärke anzupassen
- Trage-Übung: „Tablet-Transport-Führerschein“ → Kinder üben, Gerät mit beiden Händen sicher zu tragen
- Lade-Station: Kinder bringen Tablet zurück und stecken Ladekabel ein (LP kontrolliert)
Touchscreen bedienen:
- Wisch-Spiele: Apps mit einfachen Gesten (tippen, wischen, ziehen)
- Fingerspiele digital: Z.B. „Fiete“-App, wo Kinder durch Tippen Objekte bewegen
- QR-Code-Rallye: Kinder scannen QR-Codes zu Lernstationen (kombiniert Mediennutzung mit Bewegung)
Apps finden & nutzen:
- App-Symbole lernen: Plakat mit den wichtigsten App-Icons (Kamera, Galerie, Lern-App)
- Tablet-Führerschein: Kinder zeigen, dass sie Apps selbst finden und öffnen können
- Peer-Teaching: Kinder, die eine App kennen, erklären sie anderen (ohne anzufassen!)
Erweiterte Gerätenutzung:
- Laptop/Desktop einführen: Unterschiede zu Tablet besprechen, gemeinsam Laptop öffnen und starten
- Kopfhörer-Training: Kinder arbeiten selbstständig mit Kopfhörern an Lernprogrammen
- Touchpad üben: MacBook-Touchpad: Zeigen, Klicken, Scrollen lernen
- Programme finden (Mac): „cmd + Leertaste“ drücken → Spotlight-Suche → Programm eingeben
Apps & Programme selbstständig nutzen:
- Lernprogramme: Leseschlau, Lesewerkstatt, Profax, Mathematen → Kinder arbeiten eigenständig
- Andere anleiten: Kinder erklären Mitschülern Programme (Regel: Nicht anfassen, nur zeigen und erklären!)
- Browser starten: Chrome, Safari oder Firefox öffnen und schliessen üben
Online-Plattformen:
- Anmelden üben: Antolin, Profax, Quizlet, Zahlenzorro → Benutzername/Passwort eingeben
- Gezielt üben: Kinder lösen Aufgaben auf Plattformen selbstständig
- Abmelden: Immer korrekt abmelden (Datenschutz!)
MI.1.2 – Medien und Medienbeiträge verstehen
- Medienrunde: Montags erzählen, was sie am Wochenende geschaut haben
- Echt oder erfunden: Fotos von echten Tieren vs. Comicfiguren unterscheiden
- Gefühle: Wie fühlt sich eine Geschichte an? (Mit Smileys arbeiten)
- Werbung analysieren: YouTube-Werbung oder TV-Spots schauen → „Was will die Werbung?“
- Suchmaschinen verstehen: Wie funktioniert eine Suchmaschine? (Kindgerechte Erklärung mit Metaphern)
- Informationen einschätzen: Texte lesen, verstehen, in eigenen Worten wiedergeben
- Quellen prüfen: Ist die Information auf einer Kinderseite oder einer fremden Seite?
Ergänzung mit Browser-Kompetenz:
- Browser kennenlernen: Was ist ein Browser? Gemeinsam verschiedene Browser zeigen
- Kindersuchmaschinen: fragfinn.de, Hellesköpchen.de, KidsSearch (englischsprachig) , klexikon.zum.de , seitenstark.de nutzen und erklären, warum diese sicherer sind .Sie arbeiten mit Whitelists, – das bedeutet, dass Fachleute die Webseiten vorher prüfen und nur geeignete Inhalte zugelassen werden.
- Suchergebnisse verstehen: Nicht alles im Internet ist wahr → Quellenkritik beginnen
MI.1.3 – Medien produzieren
Kindergarten:
- Fotografie: Bauwerke, Kunstwerke fotografieren (Kamera-App finden und nutzen)
- Sprachnachrichten: Geschichten aufnehmen
- Galerie nutzen: Fotos in Galerie anschauen, auswählen, löschen
- Fotoreportage: Ausflug dokumentieren, Fotos bearbeiten (hell/dunkel, Filter)
- Audio-Geschichten: Mit „Book Creator“ Geschichten einsprechen
- Video-Botschaft: Kurzes Video für Partnerklasse aufnehmen
- Digitale Collage: Mit PicCollage oder ähnlichen Apps arbeiten
- Online speichern: Projekte auf Plattform hochladen (z.B. Padlet, Schulplattform)
1./2. Klasse:
Texte abtippen:
- Kurze Texte: 2-3 Sätze abtippen (z.B. Gedicht, kurze Geschichte)
- Programme nutzen: TextEdit (Mac), Word, Pages öffnen
- Formatierung: Shift-Taste, Caps Lock erklären und üben
- „Shift = Ein Buchstabe gross“
- „Caps Lock = Alles gross (bis ich nochmal drücke)“
- Satzzeichen: Punkt, Komma, Fragezeichen, Ausrufezeichen korrekt einsetzen
Bilder einfügen:
- Foto machen: Mit iPad/Tablet fotografieren (Camera-App)
- Bild einfügen:
- In TextEdit/Word: „Einfügen“ → „Bild“
- Bild aus Galerie auswählen
- Grösse anpassen (ziehen an Ecken)
- Bildunterschrift: Text unter Bild schreiben
Praktische Projekte:
- Steckbrief: Eigenen Steckbrief mit Foto gestalten
- Tier-Beschreibung: Text über Lieblingstier + Bild
- Ausflug-Bericht: Fotos vom Ausflug + kurzer Text
Foto- und Video-Bearbeitung:
- Apps nutzen:
- Book Creator: E-Book mit Fotos, Text, Audio gestalten
- ComicLife: Fotos in Comic-Format mit Sprechblasen
- PerfectVideo: Einfache Video-Schnitte (Anfang/Ende kürzen)
- PhotoBooth (Mac): Effekte auf Fotos anwenden
Konkrete Projekte:
- Comic erstellen:
- Fotos in ComicLife importieren
- Sprechblasen mit Text einfügen
- Layout wählen
- Digitales Bilderbuch:
- Book Creator: Seiten gestalten
- Fotos + Text + Audioaufnahme kombinieren
- Als PDF exportieren
- Stop-Motion-Video:
- Viele Fotos nacheinander machen
- In Video-App zusammenfügen (sehr vereinfacht)
Steckbrief erstellen (3-4 Lektionen)
Kompetenzen:
- MI.1.3 (Medien produzieren)
- Informationen darstellen
- Arbeitstechnik
Ablauf:
Lektion 1 – Fotos machen:
- Kinder fotografieren sich gegenseitig (mit Tablet)
- Foto auswählen und in Galerie speichern
- Timer nutzen: 15 Min. für diese Aufgabe
Lektion 2 – Text schreiben:
- TextEdit/Pages öffnen
- Name, Alter, Hobbys, Lieblingsessen abtippen
- Shift-Taste für Satzanfang üben
- Fragezeichen bei „Was ist dein Hobby?“
- Speichern: „Steckbrief_Vorname_Nachname“
Lektion 3 – Bild einfügen:
- Foto in Dokument einfügen
- Grösse anpassen
- Layout schön gestalten
- Speichern (gleiche Datei!)
Lektion 4 – Drucken & Präsentieren:
- Richtigen Drucker wählen
- Ausdrucken (nach Erlaubnis)
- Steckbrief vor Klasse vorstellen (2 Min. pro Kind)
Comic erstellen ( 2-3 Lektionen)
Kompetenzen:
- MI.1.3 (Medien produzieren)
- Informationen darstellen
- Zusammenarbeit
Ablauf:
Lektion 1 – Fotos machen (Partnerarbeit):
- Zu zweit Geschichte überlegen (z.B. „Weg zur Schule“)
- 4-6 Fotos machen
- Rollen: Einer fotografiert, einer agiert
- Timer: 20 Min.
Lektion 2 – Comic gestalten:
- ComicLife öffnen
- Fotos importieren
- Sprechblasen mit Text einfügen
- Zu zweit arbeiten: Einer tippt, einer überlegt
- Rollen nach 10 Min. tauschen
Lektion 3 – Fertigstellen & Präsentieren:
- Comic speichern (beide Namen im Dateinamen!)
- Als PDF exportieren
- Vor Klasse präsentieren (jedes Paar 3 Min.)
Präsentieren
- Zeigen & Erzählen: Eigene Fotos/Videos am grossen Bildschirm zeigen
- Galerie durchgehen: Gemeinsam Fotos anschauen und darüber sprechen
Präsentationen erstellen:
- Programme: PowerPoint, Keynote (Mac), Google Slides
- Einfache Präsentation:
- 3-5 Folien zu einem Thema (z.B. „Mein Lieblingstier“)
- Folie 1: Titel + Bild
- Folie 2-4: Je ein Fakt + Bild
- Folie 5: „Danke fürs Zuschauen“
Präsentieren lernen:
- Vor Klasse sprechen: Eigene Arbeit zeigen und erklären
- Beamer/Grossbildschirm nutzen: Gerät anschliessen, Präsentation starten
- Tipps geben:
- Laut und deutlich sprechen
- Zum Publikum schauen (nicht nur auf Bildschirm)
- Nicht zu schnell
Gelerntes präsentieren:
- Portfolio-Präsentation: Arbeiten aus Quartal zeigen
- Gruppen-Präsentation: Gemeinsam Thema vorstellen (jedes Kind 1-2 Folien)
- Feedback geben: Was war gut? Was könnte besser sein? (wertschätzend)
MI.1.4 – Medien in Schule und Freizeit
Reflexion
- Medientagebuch: Mit Symbolen/Stickern eintragen, welche Medien genutzt wurden
- Regeln erstellen: Tablet-Regeln für Kindergarten (nicht werfen, Hände waschen, Lautstärke)
- Bildschirmzeit: Wann machen wir Pause?
Differenzierungen
- Medientagebuch führen: Eine Woche Mediennutzung dokumentieren
- Sichere Passwörter: Über Passwort-Sicherheit sprechen (nicht „12345“, sondern komplexe PW)
- Datenschutz: Keine echten Namen in Apps, keine Fotos ohne Erlaubnis
- Netiquette: Nettes Verhalten online → Cybermobbing-Prävention kindgerecht
Realität vs. Fiktion
- Echt oder erfunden:
- Fotos von echten Tieren vs. Comicfiguren
- Videos von echten Menschen vs. Zeichentrick
- „Gibt es das wirklich?“
Medienwahrheit hinterfragen:
- Fake-Videos/Bilder:
- PhotoBooth (Mac): Effekte zeigen (Gesicht verzerren) → „Das bin ich, aber verändert“
- Einfache Bildbearbeitung: „Kann man Bildern vertrauen?“
- Beispiel: Dinosaurier auf Pausenplatz einfügen (Photoshop/Apps) → „Ist das echt?“
Fake News (kindgerecht):
- Was ist wahr?:
- „Bananen sind blau“ → Stimmt das?
- Wie prüfen wir das? (Nachschauen, fragen, überlegen)
- Quellen prüfen:
- Wer hat das geschrieben?
- Ist das eine seriöse Seite? (Kindersuchmaschine = sicherer)
- Steht das auch woanders?
Ressourcen:
- Jugend und Medien (jugendundmedien.ch): Infos für LP und Eltern
- Zebis: Medientagebuch-Vorlagen
MI.1.3 – Medien soziale Medien
Soziale Medien (Grundlagen)
Kindergarten:
- Noch nicht relevant, höchstens erwähnen, wenn Kinder davon erzählen
1./2. Klasse:
Kennenlernen (theoretisch):
- Was sind soziale Plattformen?:
- Instagram, Facebook, TikTok, YouTube
- „Ort, wo Menschen Bilder/Videos teilen“
- Kinder kennen meist YouTube
Vor- und Nachteile (kindgerecht):
- Vorteile:
- Mit Freunden/Familie in Kontakt bleiben
- Lustige Videos anschauen
- Neues lernen
- Nachteile:
- Viel Zeit verschwendet
- Manchmal gemeine Kommentare
- Nicht alles ist echt/wahr
- Nicht gut für kleine Kinder (Altersbeschränkungen!)
Wichtig: In Zyklus 1 nur Grundlagen, keine eigene Nutzung!
Verhalten im Internet (Netiquette)
- Grundregel: „Sei nett zu anderen“ (auch digital)
- Was heisst das, was bedeutet das?
Goldene Regel:
- „Verhalte dich im Internet so, wie du möchtest, dass andere sich dir gegenüber verhalten“
- Konkret:
- Keine gemeinen Kommentare schreiben
- Nicht auslachen
- Nicht lügen
- Helfen, wenn jemand Frage hat
Praktische Beispiele:
- Kommentare in Lernplattformen:
- Nur nette Kommentare
- Bei Frage freundlich antworten
- E-Mail schreiben (wenn relevant):
- Freundlich grüssen
- Höflich fragen/bedanken
- „Liebe Grüsse“ am Schluss
CYBERMOBBING vs. TRADITIONELLES MOBBING
Was bleibt gleich:
Das Grundproblem ist identisch:
- Jemand wird absichtlich, wiederholt und systematisch ausgegrenzt, geärgert oder verletzt
- Es gibt ein Machtungleichgewicht zwischen Täter und Opfer
- Die Auswirkungen sind schwerwiegend: Angst, Scham, Einsamkeit, psychische Belastung
- Es ist nie „nur Spass“ – die Gefühle des Opfers sind real und verletzend
Was sich verändert hat:
1. Rund um die Uhr erreichbar:
- Früher: Mobbing endete nach der Schule, zu Hause war man sicher
- Heute: Cybermobbing folgt nach Hause – über Handy, Tablet, Computer. Es gibt keine Pause mehr
2. Grösseres Publikum:
- Früher: Mobbing fand vor einer begrenzten Gruppe statt (Klassenzimmer, Pausenplatz)
- Heute: Gemeine Kommentare, Bilder oder Videos können tausendfach geteilt werden und erreichen sehr viele Menschen
3. Bleibt sichtbar:
- Früher: Worte verhallten, Vorfälle gerieten in Vergesenheit
- Heute: Screenshots, Posts und Videos bleiben im Internet – oft für immer. Das Opfer wird immer wieder damit konfrontiert
4. Anonymität möglich:
- Früher: Man wusste meistens, wer einen ärgert
- Heute: Täter können sich hinter falschen Namen oder Profilen verstecken – das macht es schwieriger, sich zu wehren, und senkt die Hemmschwelle
5. Distanz schafft falsche Sicherheit:
- Früher: Man sah die Reaktion des Opfers direkt (Tränen, Schmerz)
- Heute: Täter sehen nicht, wie verletzt jemand ist – das macht es „einfacher“, gemein zu sein, weil man die Konsequenzen nicht unmittelbar spürt
6. Schwerer zu kontrollieren:
- Früher: Eltern und Lehrpersonen konnten Mobbing oft direkt beobachten
- Heute: Cybermobbing findet oft im Verborgenen statt – Erwachsene bemerken es später oder gar nicht
Für die Prävention bedeutet das:
- Gleiche Werte vermitteln: Respekt, Empathie, Zivilcourage
- ABER zusätzlich: Digitale Verantwortung, Netiquette, bewusster Umgang mit Bildern/Videos
- Wichtig: Kinder müssen lernen, dass Worte online genauso verletzen wie im echten Leben – auch wenn man die Person nicht direkt sieht
Cybermobbing-Prävention:
- Was ist Cybermobbing? (kindgerecht):
- Jemanden im Internet ärgern/auslachen
- Gemeine Nachrichten schicken
- Peinliche Fotos verbreiten
- Was tun?:
- Erwachsenem sagen!
- Nicht zurückschreiben (macht es schlimmer)
- Person blockieren (wenn möglich)
- Screenshots machen (als Beweis)
2. INFORMATIK (MI.2)
MI.2.1 – Algorithmen (Handlungsanweisungen)
Unplugged (ohne Computer):
ab Kindergarten
- Roboterspiel: Ein Kind gibt Befehle („3 Schritte vor“, „dreh dich rechts“)
- Anzieh-Algorithmus: Richtige Reihenfolge beim Anziehen
- Sandwich-Rezept: Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellen
- Code-Parcours: Pausenplatz-Raster, Kinder „programmieren“ einander
- Wenn-Dann-Regeln: Bedingte Anweisungen verstehen
- Sortier-Algorithmen: Zahlen nach Regeln sortieren
Mit Geräten:
- Bee-Bot programmieren:
- Kinder planen Route auf Raster (z.B. vom Start zum Baum)
- Pfeil-Tasten drücken in richtiger Reihenfolge
- Bee-Bot fährt → Hat es geklappt? Fehlersuche!
- Apps mit Algorithmen: z.B. „ScratchJr“ – einfache Bewegungsabläufe programmieren
- Scratch Junior (auf Tablet/Computer):
- Programm mit „cmd + Leertaste“ starten (Mac)
- Figuren mit Code-Blöcken bewegen
- Schleifen und Wiederholungen verstehen
- Online-Coding-Spiele: code.org (im Browser)
Anwendungskompetenz kombiniert:
- Browser öffnen: Chrome/Safari starten
- Programmieren online: Auf code.org Übungen lösen
- Programme speichern: Scratch-Projekte speichern und wiederfinden
- Anderen helfen: Mitschülern Code erklären (ohne anzufassen!)
MI.2.2 – Datenstrukturen
Analog (Basis):
- Sortier-Spiele: Spielzeug nach Farbe, Grösse, Form ordnen
- Muster legen: Mit Perlen Muster erstellen und fortsetzen
- Eigenschaften zuordnen: Tier-Karten nach Merkmalen sortieren
- Strichlisten: Umfragen in Klasse durchführen und dokumentieren
- Diagramme basteln: Aus Daten Balkendiagramme legen (mit Bausteinen)
- Venn-Diagramme: Überschneidungen visualisieren
Digital:
- Foto-Sortierung: Fotos in Galerie nach Themen sortieren (z.B. alle Blumen-Fotos)
- Apps mit Sortier-Aufgaben: Lern-Apps, wo Objekte kategorisiert werden müssen
- Tabellen am Computer:
- Programm starten (z.B. Numbers auf Mac, Excel)
- Einfache Tabelle erstellen (Name, Lieblingstier)
- Daten eingeben und sortieren
- Online-Umfragen: Einfache Umfragen mit Tools wie Mentimeter (im Browser)
- Daten speichern: Tabellen in richtigen Ordnern ablegen (Ordnerstruktur!)
Anwendungskompetenz kombiniert:
- Browser nutzen: Online-Umfrage-Tools öffnen
- Programme finden: Tabellenprogramm mit Spotlight-Suche starten
- Dateien organisieren: Finder nutzen, Ordner erstellen, Dateien benennen
- EVA-Prinzip: Eingabe (Daten eingeben) → Verarbeitung (sortieren) → Ausgabe (Diagramm)
Geräte kennenlernen:
- Computer-Teile benennen: Bildschirm, Tastatur, Maus, Lautsprecher → Plakat gestalten
- Maus-Training: Maus bewegen, klicken, Doppelklick üben (mit Maus-Übungs-Apps)
- Ein-/Ausschalten üben: Verschiedene Geräte (Laptop, Tablet, Desktop)
- Was ist ein Icon?: Symbole erkennen und benennen (z.B. Ordner-Symbol, App-Symbol)
Anwendungskompetenz:
- Periodisch: Immer wieder kurz: Gerät holen, einschalten, nutzen, ausschalten, laden
- Hygiene: Vor Nutzung Hände waschen (Routine etablieren)
Grundbegriffe & Systeme:
- Begriffe lernen: Menü, Cursor, Icon, Ordner, Datei → Mit Bildern und Beispielen
- Finder im Einsatz: Ordner öffnen, Dateien finden (Mac: Finder / Windows: Explorer)
- Tastatur-Training: Buchstaben finden, erste Tippübungen (z.B. mit „Tipp10 für Kinder“)
- Internet-Grundlagen: Wie kommt das Bild auf den Bildschirm? (Router, Server kindgerecht erklärt)
Fehlersuche:
- Was tun bei Problemen?:
- Programm neu starten
- Gerät neu starten
- Kabel überprüfen
- Hilfe holen (LP oder Mitschüler)
Sicherheit:
- Passwörter: Sichere Passwörter erstellen (nicht echte nutzen, nur üben!)
- Daten schützen: Nicht einfach alles anklicken
- Persönliche Daten: Keine echten Namen oder Adressen online eingeben
Anwendungskompetenz kombiniert:
- Browser & Suchmaschinen:
- Browser starten (Chrome, Safari, Firefox)
- Kindersuchmaschine nutzen (fragfinn.de, blinde-kuh.de)
- Gezielt nach Informationen suchen
- Informationen verstehen und in eigenen Worten wiedergeben
- Online-Plattformen:
- An-/Abmelden bei Antolin, Profax, etc.
- Übungen selbstständig lösen
- Bei Problemen Mitschülern helfen (ohne Gerät zu berühren)
MI.2.3 – Informatiksysteme
4. MATERIALIEN & HILFSMITTEL
Hardware:
- Bee-Bots/Blue-Bots (ca. CHF 100-150 pro Stück)
- Tablets (iPad oder Android)
- Laptops (idealerweise MacBooks für Zyklus 1, da intuitiv)
- Desktop-Computer (1-2 für Klasse)
- Kopfhörer (für jedes Kind eigenes Set)
- Ladestationen
- Mäuse (auch für Linkshänder!)
Software & Apps:
- Book Creator (Medienproduktion)
- Bee-Bot-App (Algorithmen)
- Pic Collage (Medienproduktion)
- Scratch Junior (Algorithmen)
- Code.org (Browser-basiert, Algorithmen)
- Leseschlau, Profax, Antolin (Lernplattformen)
- fragfinn.de, blinde-kuh.de (Kindersuchmaschinen)
- Book Creator, iMovie (Medienproduktion)
Lehrmittel:
- „Fit – bit für bit“ (Zyklus 1): Module zu Finder, Maus, EVA-Prinzip, Internetsuche
- mi4u.ch: Unterrichtseinheiten zu Recherchieren, Ordnen, Visualisieren
- Plakate mit Icons, Begriffen, Abläufen
Organisatorisches:
- Laminierte Anleitungen (Bilder-Schritt-für-Schritt)
- Checklisten für Kinder (Gerät holen, starten, nutzen, zurückbringen)
- Tablet-Führerschein (Urkunde nach bestandenem Test)
- „Experten“-Buttons für Kinder, die anderen helfen können
Kindergarten:
- Beobachtungsbogen: Kann Kind Tablet selbstständig holen, einschalten, App finden?
- Tablet-Führerschein: Praktische Prüfung (alle Schritte zeigen)
- Portfolio: Fotos/Audioaufnahmen der Kinder sammeln
1./2. Klasse:
- Selbsteinschätzung: Kinder kreuzen an, was sie können (mit Ampelsystem)
- Praktische Prüfung:
- Gerät einschalten, Programm finden, Übung lösen
- Im Browser etwas suchen
- Anderen etwas erklären
- Mini-Projekte: Kleine Programmier- oder Medienprojekte als Lernnachweis
- Peer-Teaching: Können Kinder anderen helfen?
- Partner-Tutoring-System(PDF) und als Webseite
TIPPS FÜR DIE PRAXIS
Rituale etablieren:
- Immer gleicher Ablauf: Hände waschen → Gerät holen → Arbeiten → Zurückbringen
- Feste „Geräte-Verantwortliche“ pro Woche (kontrollieren Laden, Ordnung)
Differenzierung:
- Anfänger: Arbeiten mit festen Anleitungen, viel Begleitung
- Fortgeschrittene: Dürfen eigene Wege suchen, andere anleiten
- Experten: Übernehmen Tablet-Sprechstunde, helfen in anderen Klassen
Fehlerkultur:
- „Fehler sind Lernchancen!“ → Wenn etwas nicht klappt, gemeinsam Ursache suchen
- Kinder sollen mutig ausprobieren (aber: Sicherheitsregeln beachten)
Elterneinbezug:
- Info-Abend zu Medien & Informatik
- Tipps für Mediennutzung zu Hause
- Zeigen, was Kinder in Schule lernen
Zeitmanagement
Kindergarten:
- Timer nutzen:
- „Ihr habt 10 Minuten am Tablet“ → Timer stellen
- Wenn es klingelt: Sofort aufhören (Regel!)
- Sanduhr: Analog verstehen, dann digital (Timer-App)
1./2. Klasse:
- Wecker/Timer am Computer:
- Kinder stellen selbst Timer (z.B. 15 Min. für Aufgabe)
- Lernen, Zeit einzuteilen
- Arbeitsplan:
- „Heute: 10 Min. Lesen, 10 Min. Mathe-App, 10 Min. Schreiben“
- Kinder kreuzen ab, was fertig ist
Praktische Umsetzung:
- Online-Timer: z.B. timer-tab.com im Browser öffnen
- Selbstständigkeit: Kinder überwachen eigene Arbeitszeit
- Reflexion: „Hast du die Zeit gut genutzt?“
Zusammenarbeit
Kindergarten:
- Zu zweit am Tablet:
- Rollen verteilen: „Einer tippt, einer sagt an“
- Abwechseln: Nach 5 Min. tauschen
- Regeln: Nicht streiten, zusammen entscheiden
1./2. Klasse:
Gruppenarbeit am Gerät:
- Rollen klären:
- Ausführende/r: Bedient Maus/Tastatur
- Mitarbeitende: Geben Ideen, helfen bei Entscheidungen
- Zeitwächter/in: Achtet auf Timer
- Rollen rotieren!
Regeln für Zusammenarbeit:
- Jeder darf Ideen einbringen
- Wir hören einander zu
- Wir einigen uns gemeinsam
- Niemand nimmt einfach Maus/Tastatur weg
Praktische Projekte:
- Gemeinsames Dokument: Zu zweit Text schreiben (abwechselnd tippen)
- Recherche-Team: Einer sucht, einer notiert
- Präsentation zu dritt: Jeder gestaltet 1-2 Folien, alle präsentieren
Zusammenarbeit
Kindergarten:
- Zu zweit am Tablet:
- Rollen verteilen: „Einer tippt, einer sagt an“
- Abwechseln: Nach 5 Min. tauschen
- Regeln: Nicht streiten, zusammen entscheiden
1./2. Klasse:
Gruppenarbeit am Gerät:
- Rollen klären:
- Ausführende/r: Bedient Maus/Tastatur
- Mitarbeitende: Geben Ideen, helfen bei Entscheidungen
- Zeitwächter/in: Achtet auf Timer
- Rollen rotieren!
Regeln für Zusammenarbeit:
- Jeder darf Ideen einbringen
- Wir hören einander zu
- Wir einigen uns gemeinsam
- Niemand nimmt einfach Maus/Tastatur weg
Praktische Projekte:
- Gemeinsames Dokument: Zu zweit Text schreiben (abwechselnd tippen)
- Recherche-Team: Einer sucht, einer notiert
- Präsentation zu dritt: Jeder gestaltet 1-2 Folien, alle präsentieren
Kindergarten:
- Speichern lernen (sehr einfach):
- „Speichern“-Symbol zeigen (Disketten-Symbol erklären: „Das ist alt, aber Symbol blieb“)
- Mit Hilfe der LP: Datei benennen, speichern
- Wo ist die Datei? (In speziellem Ordner)
1./2. Klasse:
Dateien speichern:
- Speichern-Dialog verstehen:
- „Speichern unter“ klicken
- Dateiname eingeben (sinnvoll benennen: „Aufsatz_Name_Datum“)
- Ort wählen (Welcher Ordner?)
- „Speichern“ klicken
Ordnerstruktur:
- Logik verstehen:
- Hauptordner: „Meine Dokumente“ oder „Schule“
- Unterordner: „Deutsch“, „Mathe“, „NMG“
- Dateien: Im richtigen Ordner speichern
- Finder/Explorer nutzen:
- Ordner öffnen, Dateien suchen
- Neue Ordner erstellen
- Dateien verschieben (mit Drag & Drop)
Praktische Übung:
- Ordner-System aufbauen: Gemeinsam Struktur erstellen
- Datei-Namen: Konvention festlegen (z.B. immer mit Datum)
- Regelmässig aufräumen: Einmal pro Woche Ordner checken
Wo speichern?
- Lokal: Auf dem Gerät selbst
- Cloud: Google Drive, iCloud (wenn in Schule genutzt)
- USB-Stick: Als Backup (2. Klasse)
Kläre ab, wie das Drucken bei euch in der Schule für Kinder funktioniert.
BITTE: Denke Daran, dass es sehr wohl überlegt und begründet sein soll, wenn etwas gedruckt wird. (Nachhaltigeit /Umweltschutz)
Vorschlag:
Kindergarten:
- Drucker kennenlernen: Wo steht er? Wie heisst er?
- Mit Hilfe drucken: LP zeigt, wie Drucken funktioniert
1./2. Klasse:
Selbstständig drucken:
- Drucken-Dialog:
- „Datei“ → „Drucken“ oder cmd + P (Mac)
- Richtigen Drucker auswählen (aus Liste)
- Anzahl Kopien: Meist nur 1!
- „Drucken“ klicken
Regeln fürs Drucken:
- Nur drucken, wenn nötig:
- Brauche ich das wirklich auf Papier?
- Kann ich es auch digital zeigen?
- Umwelt schonen:
- Nicht mehrfach drucken bei Fehler
- Erst kontrollieren, dann drucken
- Beidseitig drucken (wenn möglich)
Drucken-Regeln in Klasse:
- Erlaubnis: Immer erst LP fragen
- Kontingent: Pro Woche max. X Seiten
- Wozu: Nur für Präsentationen, Portfolio, wichtige Dokumente
Kindergarten – Bis Ende Zyklus 1/1:
Geräte:
- ☐ Tablet selbstständig ein-/ausschalten
- ☐ Tablet laden
- ☐ Tablet sicher tragen
- ☐ Lautstärke anpassen
- ☐ Hände waschen vor Nutzung
- ☐ Apps finden und öffnen
Medien:
- ☐ Fotos machen
- ☐ Fotos anschauen (Galerie)
- ☐ Sprachnachrichten aufnehmen
- ☐ Zwischen echt und erfunden unterscheiden
Informatik:
- ☐ Einfache Befehle ausführen (Roboterspiel)
- ☐ Bee-Bot bedienen
- ☐ Nach Eigenschaften sortieren
1./2. Klasse – Bis Ende Zyklus 1/2:
Geräte:
- ☐ Laptop/Desktop ein-/ausschalten
- ☐ Programme finden (cmd + Leertaste)
- ☐ Maus bedienen
- ☐ Tastatur nutzen (Buchstaben, Shift, Caps Lock)
- ☐ Kopfhörer anschliessen
- ☐ Touchpad bedienen
Programme & Apps:
- ☐ Browser öffnen
- ☐ Kindersuchmaschine nutzen
- ☐ Lernplattform: Anmelden/Abmelden
- ☐ Textprogramm öffnen und nutzen
- ☐ Bilder in Dokument einfügen
Medien:
- ☐ Videos aufnehmen
- ☐ Fotos/Videos bearbeiten (einfach)
- ☐ Comic/Bilderbuch erstellen
- ☐ Präsentation gestalten (3-5 Folien)
- ☐ Werbung erkennen
- ☐ Fake-Bilder erkennen
Informatik:
- ☐ Scratch Jr. nutzen
- ☐ Einfache Programme schreiben
- ☐ Tabellen erstellen
- ☐ Daten sortieren
Arbeitstechnik:
- ☐ Timer nutzen
- ☐ Zu zweit/in Gruppe arbeiten
- ☐ Dateien speichern
- ☐ Dateien in Ordnern ablegen
- ☐ Drucken (mit Hilfe)
Reflexion:
- ☐ Medientagebuch führen
- ☐ Medienverhalten reflektieren
- ☐ Netiquette verstehen
- ☐ Vor- und Nachteile von Medien benennen