Im Zuge der Digitalisierung nimmt die Geschwindigkeit des technologischen und gesellschaftlichen Wandels stetig zu.

Privat – Unterricht – Administration

Heranwachsende müssen befähigt werden, auf neue Herausforderungen und neue Optionen in der eigenen Lebensgestaltung schneller zu reagieren und lebenslang zu lernen.

Was bedeutet das für die Schule?

Grundlegende Kulturtechniken genügen nicht mehr. Lesen, Schreiben Mathe und Co. genügen nicht mehr. Sie sind immer noch wichtig, aber als Basis müssen sie erweitert werden. Die SuS benötigen grundlegendes Wissen über die Funktionsweise von digitalen Technologien, um diese praktisch anwenden und verstehen, ihren Einfluss erkennen und sich eigene Urteile bilden zu können.

Was bedeutet das nun fürs Lernen?

Ulmer Studie mit Vorschulkindern

Wie lernen Kinder besser Lesen und Schreiben? Ganz klassisch mit Stift und Papier oder besser digital mit Tablets? Das haben Wissenschaftler der Universität Ulm mit 147 Vorschulkindern untersucht und kamen zu dem Ergebnis: Die Handschrift bleibt eine unschlagbare gute Lernmethode, um Buchstaben zu lernen und abzuspeichern. Aber auch Tablets haben Vorteile bei der Worterkennung. Die Zukunft liegt demnach im analogen und digitalen Mix.

Die Kinder der „Bleistift-Gruppe“ konnten Buchstaben am besten erkennen, außerdem verbesserten die Kinder ihre visuell-räumlichen Fähigkeiten am stärksten. Die „Tablet-Tastatur-Gruppe“ schnitt beim Lesen und Schreiben ganzer Worte besser ab. Zwischen beiden Gruppen gab es zwar Unterschiede, die waren aber statistisch nicht signifikant groß.

Fazit: Nach Ansicht der Forscher bringt das Schreiben mit Stift und Papier die meisten Vorteile und die wenigsten Nachteile, sie sind didaktisch zielführend, günstig und technisch weniger störanfällig als digitale Geräte, meint Professor Markus Kiefer. Seiner Ansicht nach bestätigen die Ergebnisse auch, dass Handbewegungen helfen, Buchstaben und Worte zu lernen und einzuprägen. Bei der Handschrift laufen zwei Spuren ab: Die visuelle Gedächtnisspur wird von der motorischen Gedächtnisspur unterstützt. Dabei verknüpft das Gehirn die Form eines Buchstabens mit der passenden Handbewegung, erklärt Kiefer. Die Studie zeigte aber auch die Stärke von digitalen Geräten, mit denen man sehr gut Worte lesen und schreiben kann. Die Wissenschaftler raten deswegen zu einem gesunden Mittelweg. Man sollte im Zuge der Digitalisierung nicht alle Lernmethoden über Bord werfen, sondern an Bewährtem (wie der Handschrift) festhalten und sich gleichzeitig für neue Techniken öffnen. Dabei kann das Tablet eine gute Ergänzung sein. Unsere Kinder werden dankbar sein, wenn sie beides beherrschen.

Landesmedienzentrum Baden-Wütttenmberg

Das Schreiben mit der Hand ist ein hochkomplexer Prozess. Neurowissenschaftler Henning Beck erklärt, warum unser Verstand uns dafür dankt.

  • Es lohnt sich, die Kinder testen zu lassen, was wie funktioniert.
  • Vergleiche anstellen: Wie schreibt sich auf dem Tablet? Wie auf Papier? Was ist vom Gefühl her angenehmer?
  • Die Erkenntnis, dass Denkprozesse besser und schneller von Hand geschehen, ist hilfreich und wertvoll. Ebenso die Erkenntnis, dass Präsentationen digital auch sehr toll daher kommen.
  • Warum nicht analoge Prozesse als Film dokumentieren ?

…Wir sollten nicht digitalisieren, was analog besser funktioniert – auch nicht um Lehre spannend zu machen. Was am Anfang noch «cool» ist, nutzt sich schnell ab. Wichtiger ist, Geld in gute Lehrkräfte zu stecken, die nicht zu schnell Antworten liefern, sondern provokante Fragen und Thesen in den Raum werfen, die zum Denken anregen. (Henning Beck)

Was soll nun analog passieren?    Wie soll nun das Tablet eingesetzt werden?

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Analog

Mit Stift und Papier lassen sich Gedanke besser sortieren.

Beim Schreiben mit der Hand selektieren wir dagegen direkt und überlegen uns, was wir aufschreiben und was nicht. Dafür müssen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und das können wir nur, wenn wir den Inhalt nicht nur hören, sondern auch verstehen. Die Handschrift schließt einen Denkprozess ein, der etwa beim Tippen an der Tastatur wegfällt.

Henning Beck

Unsere Merkfähigkeit basiert auf unseren Grundfertigkeiten Handschreiben und Lesen.

Wir denken mit der Hand. Wenn wir ein innovatives Produkt, einen innovativen Prozess kreieren möchten, dann sollten wir das mit der Hand tun.

Marianela Diaz Meyer

Uns allen ist selbstverständlich klar:

Erst wenn wir etwas begriffen haben, können wir es verstehen.

Der Haptik-Forscher Martin Grunwald stellt fest, dass „die aktive Exploration der Umwelt eine hochdominante Form des Umwelterkennens beim Neugeborenen darstellt.“ Das Be-greifen der physikalischen Außenwelt ist der Ursprung. „Erst mit diesem Schritt wird die nachfolgende sensorische Zergliederung externer Reize durch die Ausbildung verschiedener Sensorsysteme für den Organismus sinnvoll.“

Kurz übersetzt in unsere Erfahrungswelt: „Fass das nicht an!“ ist ungefähr einer der ersten Sätze, die wir hören. Doch anfassen ist nun mal einer der ersten Impulse, die wir zu dem Zeitpunkt haben. Auf geheimnisvolle Weise bleibt das Fassbare auch später unser privilegierter Zugang zur Wirklichkeit. Christian Holst kommt in seiner Studie über Recall-Leistung von Print- und Online-Medien zu dem Ergebnis: „Papier schlägt Bildschirm.“

Papier ist sinnlich und damit ein idealer emotionaler Botschafter.“, schreiben die Schweizer von DirectPoint.

Koviko

Digital

Texte schreiben: Die Studie zeigte aber auch die Stärke von digitalen Geräten, mit denen man sehr gut Worte lesen und schreiben kann, darunter Lesen und Schreiben ganzer Worte.

Planung des Textes auf Papier. Umsetzung in Sätze auf dem Tablet

Informationen können wunderbar multimedial aufbereitet und mit anderen geteilt werden.

Inhalte mit anderen teilen, anderen Zugänglich machen ist bestimmt eine der grossen Stärken der digitalen Möglichkeiten.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Teams, Onedrive, Cloud-Dienste, Bookcreator, Evernote etc.

Somit können grosse Mengen an Inhalten anderen Lernenden zugänglich gemacht werden. Save

Allerdings muss diese neue Menge an Inhalten auch wirklich verarbeitet werden.

Aus dem Teilen von Dokumenten und Inhalten entsteht sofort und eigentlich automatisch die Möglichkeit, gemeinsam an diesen Inhalten zu arbeiten. Diese Kollaboration ist sehr effizient, da Inhalte nicht mehr zusammengetragen werden müssen.

Konkret eignen sich Onlinedienste (Cloud, Teams, Googledocs, Evernote wunderbar dafür.

Vor allem ist Padlet dafür ausgelegt. Damit lassen sich auch sehr gut Unterrichtsanleitungen und Arbeitsabläufe, sowie Feedback und Meinungen sammeln.